Ich konsumiere seit 10 Jahren Amphetamin und mittlerweile ca. ein halbes Gramm pro Tag. Ich habe es satt und möchte ein Hallo erstmal. Ich beziehe mich auf das im Titel angegebene Thema und möchte mich bei euch bedanken für die Ratschläge vor einigen Jahren. Gleichzeitig mein aktuellen Stand berichten und vlt kann ich einigen da draussen weiterhelfen. Nun mittlerweile bin ich seit über 3 Jahren völlig clean vom Amphetamin. Ich habe im 2018 einen kalten Entzug gemacht zu Hause (war nicht gerade die beste Zeit meines Lebens) und dadurch leider den Job verloren. Nichts desto trotz habe ich weiterhin durchgehalten. Am Anfang hat sich die Sucht verlagert auf Alkohol bis es total ausser Kontrolle geriet (bis zu 2 liter Schnaps im Tag) und ich einen Alkoholentzug in der PSA Wattwil gemacht habe. Seither habe ich das Thema Alkohol im Griff, gelegentlich ein Bier und das wars, jedoch ging ich danach in die Tagesklinik in Uznach SG, was total befremdlich war und ganz ehrlich meine Psyche total entstabilisiert hat ohne das ich es mitbekommen habe. Für mich war die ganze Welt neu und ich kam mir vor wie auf Droge nach so vielen Jahren permanentem Konsum. Daher kann ich persönlich jedem empfehlen auf gewisse Institutionen zu verzichten und andere Lösungen zu finden ausnahme ist die PSA in Wattwil, das war eine der lehrreichsten Zeit meines Lebens und das Team ist erfahren wie auch wohlwollend. Was ich von der Klinik Süd nicht behaupten kann. Naja es war eine sehr schwere Zeit. In der Zwischenzeit wurde ein sehr ausgeprägtes ADHS bei mir diagnostiziert und es wurde mir diverse Metylphendidate wie Ritalin, concerta und Focalin gegeben. Natürlich erst das eine, ohne wirkung, das nächste usw.. Ich bin mittlerweile immer noch ohne Arbeit da ich mein Leben nicht mehr so im Griff habe wie mit den Amphetaminen. Naja, ich habe das eine Übel gegen ein anderes eingetauscht. Sobald ich in leicht stressige Situationen gerate kommt auch 3 Jahre später der Suchtdruck weiss nicht ob sich das jemals ändern wird oder ob man einfach lernen muss damit zu Leben. Aber manchmal muss man halt alles verlieren bevor gewisse Änderungen möglich sind. Dafür habe ich eine liebe Partnerin gefunden welche mir trotz meiner Geschichte beisteht und mich unterstützt. Nun mein Tipp an betroffene. Mich persönlich hat mein Hund gerettet. Jeden Tag mehrfach Gassi gehen und viel in der Natur sein zum Energie tanken (und nein ich bin nicht esoterisch veranlagt) Alte Kontakte überdenken und vlt die Frage stellen wer ist wirklich Freund und wer nicht, so hat sich mein ganzes Leben schritt für schritt verändert. Es ist ein langer und anstrenger Weg und vorallem an die welche beruflich erfolgreich sind mit täglichem Drogenkonsum, man sollte sich mal alles überdenken und sich selber Fragen ob es das Wert ist. Es wird nie mehr so sein wie vorher, bedeutet aber nicht das es schlechter ist,auf jeden Fall gesünder. Liebe Grüße und bleibt gesund White010

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Herzlichen Dank für Ihren wertvollen Erfahrungsbericht, der nichts beschönigt und zum Nachdenken anregt. Sie führen einige wichtige Gedanken auf: Wenn erst einmal eine Sucht entstanden ist, braucht es einen langen Atem, dort wieder herauszufinden. So schwierig und auch schmerzhaft dieser Weg gewesen ist, so sehen Sie auch den Gewinn, der darin liegt, die Bedeutung der Natur für sich entdeckt zu haben, Freundschaften bewusster anzugehen, Stress bewusster wahrzunehmen und viel über sich selbst gelernt zu haben. Sie stehen jetzt anders im Leben, haben aber möglicherweise Ihre Unbefangenheit verloren.

Übrigens entwickeln viele Menschen mit ADHS ein Suchtproblem. Die Diagnose ADHS wird bei Erwachsenen oft erst spät gestellt, weswegen diese mit ihren Symptomen, die sie nicht einordnen können, alleine dastehen. Grundsätzlich ist die Behandlung mit den entsprechenden Medikamenten auch bei Erwachsenen wirkungsvoll und kann die Symptome positiv beeinflussen. Schade, dass es bei Ihnen anscheinend noch nicht so geklappt hat.

Sie schreiben: «Es wird nie mehr so sein wie vorher» und empfehlen, sich die Frage zu stellen, ob der Konsum von Drogen und die entsprechende Wirkung es wirklich wert sind, das Risiko der Nebenwirkungen wie z.B. eines Kontrollverlustes oder einer Sucht einzugehen.

Eine weitere wichtige Äusserung ist, dass man sehr davon profitieren kann, wenn man sich Hilfe sucht und dass es hier wichtig ist, gut wahrzunehmen, welche Hilfe nützlich ist und welche weniger.

Wir von SafeZone wünschen Ihnen positive Entwicklungen für Ihr weiteres Leben.


Fragen von Angehörigen

Mein Mann hat immer gerne getrunken, ich allerdings auch… nun ist alles am Ende, ist alles meine Schuld?

Meine Freundin ist schwanger. Sie stösst bei speziellen Anlässen wie Geburtstagen, Apéroeinladungen oder beim Auswärtsessen aber gerne mit einem Glas Prosecco an und trinkt es dann auch. Schadet das unserem ungeborenen Kind nicht?

Meine Partnerin konsumiert regelmässig Cannabis. Sie möchte aufhören, braucht aber noch Zeit. Wie gehe ich am besten vor, ohne sie zu sehr unter Druck zu setzen?

Möchten Sie jemanden, dem Sie sich anvertrauen können oder der Sie berät?

Wir sind in einer anonymen Online-Beratung für Sie da.