Amphetaminsucht mit steigender Tendenz: Ich möchte endlich komplett ohne diesen Suchtdruck leben und vor allem ohne die Droge, welche mich körperlich zerstört. Wie finde ich einen Weg raus?
Hallo zusammen
Ich schreibe weil ich gerade an einem Punkt bin der mir mehr als zu denken gibt.
Zu meinem aktuellen Konsum und wie alles begann.
Vor meiner Amphetaminzeit habe ich mit solchen Substanzen rein nichts am Hut gehabt. Ich konsumiere wahrscheinlich zur Verwunderung vieler erst seit März 2017. Der anfängliche Konsum beschränkte sich auf 1g am Wochenende, welches ich mit Koffein gestreckt habe und welches ich mit meinem Partner konsumiert habe. Leider hat sich mein Verhalten im Gegensatz zu dem meines Freundes verändert. Während er Sonntags normal schlafen gegangen ist, hat es sich eingeschlichen dass ich mal noch bis Montags wach geblieben bin usw. Im März lief das Fass über und ich fing an heimlich meine Drogen im betrieb zu deponieren um auch dort dauerhaft Zugriff darauf zu haben. Zu dieser Zeit konsumierte ich 25g in ca 1-1.5 Wochen.
Als alles ans Licht kam, schaffte ich es mit der Hilfe meines Partners und der meiner Freunde 6 Wochen komplett clean zu bleiben, auch auf meinen Wunsch hin. Körperlich war ich am Ende mit 47kg Körpergewicht, unzähligen Speerpickeln welche anfingen sich hochgradig zu entzünden.
Leider geht der ganze Wahnsinn langsam aber sicher von vorne los. Aus 1g werden wieder 5g usw.
Sobald ich mit Stress sei es beruflich oder privat konfrontiert werde, sehe ich vor lauter Wald die Bäume nicht mehr und sehe für mich nur einen einzigen Ausweg und das ist der Konsum.
Ich konsumiere nicht mehr täglich, gebe mir wirklich Mühe meine Kontakte nicht spielen zu lassen,sodass das Amphi auch immer wieder leer wird und ich tagelange Pausen habe. Aber der Suchtdruck ist da und tief in mir drin schreit eine Stimme danach doch nur 1g zu besorgen.
Trotz der doch hohen Mengen führe ich ein normales Leben. Führe eine Jahrelange Beziehung, bin beruflich sehr erfolgreich und kümmere mich bestens um unsere kleine 3 jährige Tochter. Es ist sogar so dass mein eigener Partner sehr aufmerksam sein muss um den Konsum festzustellen. Wobei ich ihn nicht anlüge und mir bewusst bin dass alles lügen es nur noch schlimmer macht.
Ich möchte endlich komplett ohne diesen Suchtdruck leben und vor allem ohne die Droge, welche mich körperlich zerstört. Ich bin unterernährt, habe schon sehr lange gar kein Hungergefühl mehr und habe wöchentlich neue "Wehwehchen" welche sich dann meist zu sehr grossen entwickeln.
Nur wie? Ich finde einfach keinen Weg raus. Es mag falscher Stolz sein mir nicht von meinen engsten Vertrauten helfen zu lassen, aber für genau diese bin ich die Drogensüchtige...welche ich nicht sein will.
Werde ich damit privat konfrontiert, ist es für mich meist ein weiterer Stresspegel um weiterzumachen.
Ich hoffe so sehr dass ich wenigstens hier drin einen Denkanstoss bekomme oder einen Tipp wie dieses Dilemma endlich ein Ende findet.
SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:
Guten Tag millylol und willkommen im Forum von SafeZone.
Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort. Aus unerfindlichen Gründen ist Ihr Beitrag bisher unbemerkt geblieben.
Sie schilden eindrücklich, wie Sie in kurzer Zeit eine starke Abhängigkeit von Amphetamin entwickelt haben. Obwohl Sie Ihr Leben bis vor knapp eineinhalb Jahren ohne Amphetamin gemeistert haben, sehen Sie nun keine Möglichkeit mehr, beruflichen oder privaten Stress ohne Amphetamin zu bewältigen. Sie haben in einer Menge konsumiert, die Ihr Körper nicht längerfristig verkraften kann.
Ihnen ist klar, dass Sie mit dem Amphetaminkonsum aufhören müssen, Sie bemühen sich auch sehr darum, das zu schaffen. Der Suchtdruck ist aber enorm und Sie sehen noch nicht wirklich, wie Sie da rauskommen sollen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann in dieser Situation hilfreich sein. Falls Sie selber keine Antworten bekommen, hilft es vielleicht auch, in anderen Themen nachzulesen und so den einen oder anderen Denkanstoss zu bekommen.
Falls Sie sich mit einer Fachperson austauschen möchten, steht Ihnen auch die Mailberatung von SafeZone zur Verfügung.
Freundliche Grüsse
Manuel
SafeZone.ch-User schreibt:
Hallo Millylol
Ich würde dir auch gerne noch ein paar "Denkanstösse" mit auf den Weg geben.
Du willst den Suchtdruck loswerden: Um den loszuwerden musst du ganz mit der Droge aufhören, sonst klappt das schon rein neurobiologisch nicht. Suchtmittel aktivieren dein Belohnungszentrum im Hirn, dieses wird immer "hungriger". Wenn du gar kein Futter mehr gibst, stillt der Hunger mal ab, gibst du aber gelegentlich Futter, quälst du dich im Prinzip selbst. 1 mal ist schon zu viel und 1000 mal sind nie genug.
Gründe wieder zu konsumieren: Gründe zu konsumieren wirst du immer finden. Auch hier bildet sich in deinem Hirn ein "Lösungskreislauf" der folgendermassen aussieht : Problem - Droge als Lösung - noch mehr Probleme - noch mehr Drogen. Hier ist es wichtig die Fsrustrationstoleranz wider zu steigern und alternative Wege zur Stressbewältigung zu finden.
Du bist beruflich erfolgreich und betreust deine drei Kinder: Und wie sieht es unter der Oberfläche aus? Meist ist ein Suchtverhalten zu Beginn der Sucht ein Symptom, wird aber sehr rasch zur Ursache. Was fehlt dir? Von was möchtest du mehr? Von was möchtest du weniger in deinem Leben? Wonach Suchst du?
Anfangs gibt dir die Droge die Energie, um dein Leben zu meistern. Entwickelt sich die Sucht jedoch weiter hast du nur noch Energie für einen Lebensinhalt: Drogen beschaffen, konsumieren und versuchen nicht aufzufliegen.
Ich wünsch dir, dass du dich auf die Suche nach dem begibst, was dich dazu treibt deinen Bewusstseins- und Energiezustand zu verändern, und ein paar Schritte hin zu dir und deinen echten Bedürfnissen machen kannst. Liebe Grüsse
SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:
Danke Phoenix für das Posting mit guten Erklärungsbildern und nachvollziehbaren Denkanstössen - davon können bestimmt viele User profitieren!
Mehr Fragen zu Amphetaminen
Hallo, ich war 10 Jahre mit einem drogenabhängigen Mann zusammen und bin mittlerweile getrennt, allerdings haben wir noch Kontakt. Die Beziehung war sehr einseitig, da er die Zeit, wann wir uns gesehen haben und wie lange, bestimmt hat. Ich selbst habe erst nach ca. 6 Jahren Beziehung und vielen Tränen gemerkt, dass ich mit ihm meine Kindheit wiederhole und eine Trauma Therapie begonnen Hier habe ich gelernt mich zu fühlen, meine Bedürfnisse auszudrücken und mich selbst zu regulieren. Durch meine Entwicklung und ausdrucken meiner Wünsche kam es dann vermerkt zu Streits, die für mich mit verbaler Gewalt und Gefühlskälte endeten. Daraufhin folge tsgelanges Schweigen seinerseits. Anfangs habe ich noch mit Trennung gedroht, welches ich damals aber nicht umgesetzt habe. Als ich merke, dass ich mich trennen muss und meine Therapie zu Ende war, habe ich viel im Internet gelesen und auch noch eine weitere Therapie angefangen, die ich jetzt noch mache. Trotzdem lasse ich ihn nicht ganz los. Meine Frage nun: Er kosumiert täglich mehrfach Cannabis aus der Bong und mehrmals die Woche bis mehrmals täglich Speed. Vor der Arbeit Speed, nach der Arbeit Cannabis, meist dann wieder Abend Speed, wenn er noch was erledigen muss und vor den Schlafen wieder Cannabis. Samstag schläft er meist bis nachmittag, hat nur Elan mit Speed und schlechte Laune. Sonntags würde er am liebsten bis abends schlafen. Frage ich nicht nach Treffen kommt sehr selten was von ihm. Ca. alle 1,5 Wochen. Wenn ich Zeit mit ihm möchte und er will nicht, gibt es keine Kompromisse. Er wirkt auf mich sehr kalt nach dem Konsum von Speed und zieht ohne Rücksicht auf mich seinen Tagesplan durch. Werde ich mal ärgerlich, wird er extrem wütend und bricht die Unterhaltung mit " verpiss dich " ab. Mittlerweile gehe ich dann. Habe aber eine starke Hilflosigkeitkeit, da ich weiß jetzt kommt sein Tagelanges schweigen wieder. Ist es möglich, dass allein der Drogenkonsum dieses Verhalten bei ihm erzeugt? Erkennt sich jemand als Konsument ode ehemaliger Konsument in der Schilderung wieder? Ich versuchen ihn immer noch zu verstehen..... Lieben Dank
Mein Freund lügt, trinkt, konsumiert Amphi und ist teils sehr aggressiv. Er spricht über unsere Zukunft aber gleichzeitig bin ich ihm oft völlig egal. Oder sind das alles nur die Drogen?
Ich konsumiere seit 10 Jahren Amphetamin und mittlerweile ca. ein halbes Gramm pro Tag. Ich habe es satt und möchte ein Hallo erstmal. Ich beziehe mich auf das im Titel angegebene Thema und möchte mich bei euch bedanken für die Ratschläge vor einigen Jahren. Gleichzeitig mein aktuellen Stand berichten und vlt kann ich einigen da draussen weiterhelfen. Nun mittlerweile bin ich seit über 3 Jahren völlig clean vom Amphetamin. Ich habe im 2018 einen kalten Entzug gemacht zu Hause (war nicht gerade die beste Zeit meines Lebens) und dadurch leider den Job verloren. Nichts desto trotz habe ich weiterhin durchgehalten. Am Anfang hat sich die Sucht verlagert auf Alkohol bis es total ausser Kontrolle geriet (bis zu 2 liter Schnaps im Tag) und ich einen Alkoholentzug in der PSA Wattwil gemacht habe. Seither habe ich das Thema Alkohol im Griff, gelegentlich ein Bier und das wars, jedoch ging ich danach in die Tagesklinik in Uznach SG, was total befremdlich war und ganz ehrlich meine Psyche total entstabilisiert hat ohne das ich es mitbekommen habe. Für mich war die ganze Welt neu und ich kam mir vor wie auf Droge nach so vielen Jahren permanentem Konsum. Daher kann ich persönlich jedem empfehlen auf gewisse Institutionen zu verzichten und andere Lösungen zu finden ausnahme ist die PSA in Wattwil, das war eine der lehrreichsten Zeit meines Lebens und das Team ist erfahren wie auch wohlwollend. Was ich von der Klinik Süd nicht behaupten kann. Naja es war eine sehr schwere Zeit. In der Zwischenzeit wurde ein sehr ausgeprägtes ADHS bei mir diagnostiziert und es wurde mir diverse Metylphendidate wie Ritalin, concerta und Focalin gegeben. Natürlich erst das eine, ohne wirkung, das nächste usw.. Ich bin mittlerweile immer noch ohne Arbeit da ich mein Leben nicht mehr so im Griff habe wie mit den Amphetaminen. Naja, ich habe das eine Übel gegen ein anderes eingetauscht. Sobald ich in leicht stressige Situationen gerate kommt auch 3 Jahre später der Suchtdruck weiss nicht ob sich das jemals ändern wird oder ob man einfach lernen muss damit zu Leben. Aber manchmal muss man halt alles verlieren bevor gewisse Änderungen möglich sind. Dafür habe ich eine liebe Partnerin gefunden welche mir trotz meiner Geschichte beisteht und mich unterstützt. Nun mein Tipp an betroffene. Mich persönlich hat mein Hund gerettet. Jeden Tag mehrfach Gassi gehen und viel in der Natur sein zum Energie tanken (und nein ich bin nicht esoterisch veranlagt) Alte Kontakte überdenken und vlt die Frage stellen wer ist wirklich Freund und wer nicht, so hat sich mein ganzes Leben schritt für schritt verändert. Es ist ein langer und anstrenger Weg und vorallem an die welche beruflich erfolgreich sind mit täglichem Drogenkonsum, man sollte sich mal alles überdenken und sich selber Fragen ob es das Wert ist. Es wird nie mehr so sein wie vorher, bedeutet aber nicht das es schlechter ist,auf jeden Fall gesünder. Liebe Grüße und bleibt gesund White010
Fragen von Betroffenen
Vor ein paar Wochen hatte ich einen Krampfanfall nachdem ich gekifft hab. Ich denke das kommt weil das Pott gestreckt war. Aber was kann ich tun damit es nicht nochmal vorkommt?
Ich möchte eine ambulante hilfe bekommen in nähe abtwil Ich habe adhs aber shwer eine gute kontakt zu finden Ich habe probelme mit btm Spielsucht und benzodiapan .
Wunderschönen guten Morgen an die Community, ich wende mich heute an euch weil ich nun langsam mit meinem Rat am Ende bin und durch einige Beiträge hier mir Antworten verschaffen will. Es geht um Exotik Chats und auch mein mittlerweile schon krampfhaftes Verlangen diese zu führen. Nun es hat vor gut 10-12 Jahren angefangen. Nichts wildes, man probiert sich aus, geht ins Internet und sieht solche Plattformen und sagt sich, warum nicht. Es belief sich soweit das Recht hohe Beträge bezahlt wurden um diese Kommunikationen weiter zu führen. Über die Jahre hat sich und auch wenn es richtig blöd klingt eine Sucht entwickelt die 2 Beziehungen zerstörte und meine jetzige Ehe sehr belastet. Meine Frau glaubt mir auch dies keinen funken, das es Absicht ist was ich betreibe, zu meiner eigenen Empfindung, wenn ich auf diesen Portalen unterwegs bin auch diese seit mehreren Tagen manchmal Wochen nicht nutze, kommt irgendwann dieser drang wieder zu schreiben, Bilder zu tauschen und auch wenn ich mir selber sage, das waren wieder 50€ sagt mir etwas anderes in mir MACH WEITER. Es lässt sich echt schwer beschreiben, nun gestern hat meine Frau einen weiteren Chat gefunden und ich habe dazu auch nicht mehr gesagt woe die 3 male davor, das ich ein problem habe, es auch immer in den griff bekomme und dann doch wieder schwach werde. Hab mich jetzt schon mit sehr vielen Sachen von Meditation bis hin zu Routinen um dem entgegen zu wirken auseinander gesetzt, Foren, Podcasts zu sexualsucht mir angehört aber ich komme davon einfach nicht los. In meiner Ehe sind auch 2 Kinder mit involviert und ich will für meine Familie damit endlich aufhören mit diesem Sch***. Ich bedanke mich schonmal vorab für die Hilfe und vlt gibt es ja andere denen es auch so geht. Vielen Dank