Gaming – wenn das Spiel zur Belastung wird
Gaming ist für viele Menschen ein spannendes Hobby. Doch was passiert, wenn das Spielverhalten ausser Kontrolle gerät? Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu problematischem Gaming, Gaming-Sucht und den Risiken von Mikrotransaktionen.
Was ist problematisches Gaming?
Problematisches Gaming bedeutet, dass das Spielen von Videospielen das Leben stark beeinflusst. Betroffene verlieren die Kontrolle über ihr Spielverhalten. Schule, Arbeit, Beziehungen oder die Gesundheit leiden darunter. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2019 die sogenannte «Gaming Disorder» als Krankheit anerkannt.
Woran erkennt man problematisches Gaming?
Nicht alle, die viel spielen, sind süchtig. Entscheidend ist, ob das Spielverhalten zu Problemen führt. Typische Anzeichen von problematischem Gaming sind:
- Verlust der Kontrolle über die Spielzeit
- Vernachlässigung von Alltagspflichten
- Weiterspielen trotz negativer Folgen
- Entzugserscheinungen, wenn nicht gespielt wird
Was können Sie tun?
Selbsttest machen: Auf suchttest.ch können Sie Ihr Spielverhalten anonym überprüfen.
Grenzen setzen: Legen Sie Spielzeiten und Ausgaben fest.
Hilfe annehmen: Wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht weiterkommen, wenden Sie sich eine Fachperson.
Mit Betroffenen sprechen: Wenn Sie vermuten, dass eine Person ein problematisches Spielverhalten hat, sprechen Sie die Person darauf an oder holen Sie sich selbst Unterstützung. Häufig sind es Angehörige, die ein problematisches Verhalten als erste erkennen.
Mikrotransaktionen – kleine Käufe, grosse Wirkung
Viele Spiele sind heute kostenlos (free-to-play). Aber im Spiel kann man mit echtem Geld Dinge kaufen, wie zum Beispiel Kleidung für Spielfiguren (Skins), Schatzkisten mit Überraschungen (Lootboxen) oder Waffen. Oder man bezahlt, um zeitintensive Teile des Spiels zu überspringen (pay-to-skip) oder um im Spiel schneller auf den nächsten Level zu kommen (pay-to-win). Diese Dinge kosten oft nur wenig Geld und werden deswegen Mikrotransaktionen genannt. Das Bezahlen von vielen kleinen Beträgen kann in der Summe zu hohen Ausgaben führen.
Risiken von Mikrotransaktionen
- Kostenfallen: Kleine Beträge summieren sich schnell.
- Versteckte Glücksspiel-Elemente: Lootboxen funktionieren ähnlich wie Geldspiele. Es wird vermutet, dass Lootboxen das Risiko für die Entwicklung von problematischen Gaming bedeutend fördern.
- Beeinflussung durch Design: Spiele nutzen psychologische Tricks, um zum Kauf zu verleiten (Addiction by Design).
Gamblification: wenn Gaming und Glücksspiel verschmelzen
Einige Games enthalten Elemente, die typisch für Geldspiele sind – etwa virtuelle Casinos oder zufallsbasierte Belohnungen wie z. B. Überraschungskisten (Lootboxen). Diese Elemente können das Risiko für eine Spielsucht erhöhen.
Auch sogenannte Social Casino Games (z. B. Poker-Apps ohne Geldgewinn) fördern die Normalisierung von Glücksspiel. Die Übergänge zwischen Gaming und Gambling sind oft fliessend. Diese Vermischung wird auch Gamblification genannt. Lesen Sie hier mehr zum Thema Glücksspiel.
Welches sind die Langzeitfolgen einer Gaming-Sucht?
Wenn Gaming zur Gewohnheit wird und andere Lebensbereiche verdrängt, können langfristig Probleme entstehen:
- Schlafprobleme und Müdigkeit
- Angstzustände und Depressionen
- Leistungsabfall in Schule oder Beruf
- Verschuldung durch In-Game-Käufe
- Soziale Isolation
Weiterführende Informationen zu Geldspielen und Glücksspielsucht
- Zahlen und Fakten zu Online-Aktivitäten: suchtschweiz.ch
- Zahlen und Fakten zur problematischen Nutzung von Videospielen: monam.ch