Meine Freundin ist kaufsüchtig. Wie kann ich helfen?

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Kaufsucht ist eine ernstzunehmende Verhaltenssucht, die oft mit Scham und Schuldgefühlen einhergeht. Deshalb ist es wichtig, sensibel, respektvoll und ohne Vorwürfe vorzugehen. Bleiben Sie bei allem, was Sie sagen, bei Ihnen selbst und reden Sie aus Ihrer eigenen Perspektive. Das klappt am besten, wenn Sie versuchen mit sogenannten «Ich-Botschaften» zu kommunizieren. Also z. B.

«Ich sehe, dass du in letzter Zeit sehr viele Pakete erhältst und habe gleichzeitig, das Gefühl, dass es dir nicht so gut geht.» oder «Ich habe das Gefühl, dass du viel mehr Zeit mit Shoppen verbringst als früher. Wie siehst du das?»

Suchen Sie sich einen ruhigen Moment aus, um das Gespräch mit der betroffenen Person zu suchen. Vielleicht bei einem gemeinsamen Kaffee oder Spaziergang?

Vermeiden Sie es unbedingt, der Person Vorwürfe zu machen oder voreilige Schlüsse zu ziehen. Machen Sie keine Schuldzuweisungen. Das bringt die meisten Menschen nur dazu, sich innerlich zu verschliessen und das Gespräch abzublocken. Zeigen Sie der Person, dass sie Ihnen wichtig ist, und drücken Sie Ihre Sorgen aus. Sie können z. B. anbieten, dass Sie jederzeit für ein Gespräch da sind, wenn es etwas gibt, was die betroffene Person belastet oder wenn es ihr nicht gut geht. Weitere Gesprächstipps finden Sie auch auf unserer Webseite: https://www.safezone.ch/de/unterstuetzen

Sie können auch anbieten, bei der Suche nach professioneller Unterstützung zu helfen. Manchen Menschen hilft es dabei auch, wenn sie beim Gang in eine Beratung begleitet werden. Eine Übersicht über verschiedene Hilfsangebote findet sich auf der Webseite Suchtindex: https://suchtindex.infodrog.ch/#/?offerings=16,48&specializations=5

Wichtig ist aber auch, dass Sie Ihre eigenen Grenzen kennen und beibehalten. Sie können Unterstützung und ein offenes Ohr anbieten, aber Sie tragen nicht die Verantwortung für die Veränderung von anderen. Vermeiden Sie es auch unbedingt, der betroffenen Person Geld zu leihen oder Rechnungen für sie zu begleichen. Meist unterstützt ein solches Verhalten die Sucht nur und verzögert die Beanspruchung von professioneller Hilfe. Wenn Sie merken, dass Sie das Problem Ihres Gegenübers stark belastet, zögern Sie nicht, selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen. Beratungsstellen sind nicht nur für Betroffene da, sondern auch für deren Angehörige. So auch unsere Online-Beratung auf SafeZone: https://www.safezone.ch/de/beratung


Fragen von Angehörigen

Neulich auf einer Party habe ich mich mit jemandem über Drogenerfahrungen unterhalten. Die Person erzählte mir, dass sie seit einiger Zeit ab und an Partydrogen konsumiert (ausprobiert), jedoch allgemein eher wenig davon spürt, obwohl sie dieselbe Menge "xy" einnimmt wie andere. Sie ist durchschnittlich gross und entsprechend normalgewichtig. Ich habe mich dann gefragt, worauf es denn ankommt, ob jemand bei Menge A einer Substanz "xy" bereits high wird oder erst bei Menge B und ab wann es u. U. gefährlich werden könnte. Sollte ich die Person auf der nächsten Party wieder antreffen, was könmte ich ihr raten? Ich persönlich habe da eben an die Gefahr der Überdosierung gedacht... Es gibt wohl je nach Mensch eine unterschiedliche Sensitivität gegenüber Substanzen, aber warum ist das so? Ist das neurologisch bedingt? Oder kann es evtl. auch ein psychischer Abwehrmechanismus sein? (Angst vor Kontrollverlust...) Vielen Dank im Voraus.

Marihuanasucht in einer Beziehung - mein Partner möchte kontrolliert konsumieren, ist das überhaupt möglich?

Mein 22jähriges Göttikind lebt viele Kilometer entfernt im Ausland und hat mich vor einiger Zeit besucht. Wir pflegen ein herzliches und vertrauensvolles Verhältnis. Mein Göttikind habe ich wegen Corona viele Monate nicht gesehen. Beim Besuch fiel mir seine Gewichtsabnahme und sein extrem überschwängliches Auftreten auf. Ausserdem ging es mit bekannten Gleichaltrigen in den Ausgang, feierte bis zum nächsten Vormittag und kam Sturz betrunken heim und übergab sich zunächst. Mein Göttikind erzählte z.B. auch von Personen aus ihrem Bekanntenkreis daheim, die „harten“ Drogen konsumierten und verkauften. Wenige Wochen später besuchte ich mein Göttikind. Der Zustand war diesmal besorgniserregend: die Party am Vortag und die Arbeitswoche haben ihm so schwer zu schaffen gemacht, dass mein Göttikind völlig ausgelaugt, geschwächt und extrem müde war. Ich habe mein Göttikind noch nie so erlebt! Nun habe ich aber über ein Geschwisterteil meines Göttikindes erfahren, dass es wohl neben Cannabis auch Kokain konsumieren würde. Plötzlich sah ich die o.g. Zustände bei den 2 Treffen in einem anderen Licht. Das Geschwisterteil musste ich versprechen, die Eltern nicht zu kontaktieren. Denn es hat bereits Ärger von allen Seiten erhalten, als es den Verdacht gegenüber den Eltern und meinem Göttikind aussprach. Ich fragte bei den hiesigen Bekannten nach und sie bestätigten mir, dass mein Göttikind ihnen von seinem Kokainkonsum erzählte. Ich frag mich nun, was ich tun kann. Welche Möglichkeiten gibt es für nahestehende Bezugspersonen, bei Verdacht auf Drogenkonsum die Betroffenen darauf anzusprechen. Mein Göttikind hat es gegenüber ihrer Familie strikt abgestritten. Was kann ich tun? Muss ich auf dieser weiten Entfernung abwarten und aushalten, dass sich mein Verdacht erhärtet und mir die Hände gebunden sind? Normalerweise rede ich sehr offen und bin transparent mit ihm. Aber hier hab ich das Gefühl, dass ich auf Ärger und Ablehnung stosse, wenn ich meine Sorge anspreche. Um einen Tipp wäre ich sehr dankbar…

Suchen Sie jemanden, dem Sie sich anvertrauen können oder der Sie berät?

Wir sind in einer anonymen Online-Beratung für Sie da.