Mein Ex ist "süchtig" nach Cannabis und Alkohol. Ich würde gerne irgendwas unternehmen, um zu helfen. Ausserdem würde ich gerne selbst besser damit zurechtkommen, denn ich bin völlig fertig.

Mein Ex-Partner lernte kurze Zeit nach mir ein Paar kennen, mit dem er aufgrund unserer Fernbeziehung sehr viel Zeit verbrachte. Die beiden waren "harte" Konsumenten. Begannen bereits morgens zu Kiffen und tranken dazu auch - obwohl sie Alkohol als schlimmes Gift verurteilten.

Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass er da tagtäglich mitgemacht hat - lediglich keinen Alkohol dazu trank. Wenn es ihm danach schlecht ging (er wurde von Cannabis des Öfteren paranoid) rief er an und ich musste ihn beruhigen. Er merkte, dass ihm das Rauchen nicht gut tut, ließ es aber trotz meiner Bitten nicht. Wir sind näher aneinander gezogen und er konsumierte einfach alleine weiter. Wenn er Nachschub benötigte, meldete er sich auch schon auf Arbeit krank und fuhr jedes Mal 500 km zu diesem Paar, mit dem "alles anfing". Neben der Paranoia wurde er zudem aggressiv-arrogant nach dem Rauchen und verflachte emotional, wurde zudem vergesslich und unkonzentriert. Das hat er selbst festgestellt und auch gesagt, dass er süchtig ist und Hilfe braucht.

Hilfe von außen durch eine offizielle Stelle wollte er jedoch nicht. Ich sollte jeden Abend zu ihm kommen, damit er nicht kifft. Das habe ich getan. Leider hat er jede Gelegenheit genutzt, um trotzdem kiffen zu können. Wenn ich auf Toilette ging, kam ich wieder und er war high. Wenn ich mit den Hunden rausgehen musste, wollte er nicht mit weil er zu müde ist und hat natürlich geraucht. Er hat gewartet, bis mir die Augen zufallen oder ist sogar nachts nochmal aufgestanden, um zu kiffen.

Alles Reden und Bitten hat nicht geholfen. Daraufhin meinte ich, wenn er kifft, gehe ich.

Also hat er dann einfach schon geraucht, bevor ich bei ihm eintraf. Er war in dem Zustand zunehmend provokant mir gegenüber. Hat mir ständig Vorwürfe gemacht, mich beleidigt, Sachen erfunden bzw. falsch erinnert. Irgendwann konnte ich nicht mehr und hab ihm gesagt, dass wir so nicht weitermachen können. Da hat er tatsächlich mal einen Tag hin und wieder nicht gekifft - sich aber stattdessen betrunken. So exzessiv, dass er sogar die Kontrolle über seine Blase verlor.

In dieser Zeit wurde ich mehr und mehr zur "Bösen", war an allem Schuld. Seine Mutter hat ihn beleidigt und runtergemacht, hat ihn täglich angerufen, wenn sie betrunken war. Er hat dann das, was sie an Beleidigungen abließ mir in die Schuhe geschoben. Also behauptet, ich würde ihn immer beleidigen. Außerdem hätte ich auch seine Mutter ständig beleidigt.

Auf der Arbeit ist er zunehmend angeeckt, weil er sich da eben unkonzentriert und teils aggressiv und provokant verhalten hat.

Mit Papierkram kam er alleine nicht mehr klar.

Das ist laut ihm alles meine Schuld. Ich habe sein Selbstvertrauen zerstört und ihn in die Sucht getrieben. Nachdem er dann nach mehreren Gespräch wieder ausgerastet ist, sich nichts änderte und er sogar meine Familie bedrohte, zog ich die Reißleine und trennte mich. Er explodierte.

Wollte bei meiner gesamten Familie noch Lügen über mich verbreiten. Hat mich im Freundeskreis schlecht gemacht. Hat Sachen in meiner Wohnung zerstört. Dennoch hab ich danach nochmals versucht, mit ihm zu reden und tatsächlich schien es in eine positive Richtung zu gehen. Paartherapie stand zur Sprache. Er hat zugegeben, dass er mich oft angelogen hat und sogar mehrere Tage hintereinander nicht gekifft.

Leider ist er direkt danach zu den Freunden, mit denen der exzessive Konsum begann und dann noch zu Besuch bei seinen Eltern und alles war wieder vorbei. Er hat mich zu einem Gespräch gebeten, war schon als ich ankam bekifft - hat das aber abgestritten. Die Reste lagen noch vor ihm und er hatte riesige Pupillen. Als ich darauf hinwies, gab er es zu aber meinte, davon nichts zu merken. Er hat dann wieder Sachen erfunden, wollte mich ganz klar verletzen, konnte sich an kaum irgendwas erinnern.

Hat nebenbei sogar ferngesehen und mich beleidigt. Hat nochmals gesagt, ich habe ihn in die Sucht getrieben und Cannabis würde ihm endlich das Selbstvertrauen zurückgeben, dass ich kaputtgemacht habe. (dabei konsumiert er ja vom Anfang unserer Beziehung an - da waren wir glücklich, hatten noch nie einen Streit)

Trotz allem wollte ich dann noch einen letzten Versuch starten, ihm zu helfen. Dazu habe ich seine Familie angerufen. Die meinten zunächst auch, sie würden sich ebenfalls Sorgen machen und hätten die Veränderungen bemerkt. Wollten nochmals mit mir reden und schauen, ob sie irgendwas unternehmen können, damit er zumindest Hilfe bekommt. Das hat sich dann aber direkt zerschlagen. Für sie bin ich jetzt auch an allem Schuld und ihr Sohn hat kein Problem. Dabei sagt er selbst, dass er süchtig ist.

Ich würde gerne noch irgendwas unternehmen, um zu helfen. Kann mir dazu jemand etwas raten? Außerdem würde ich gerne selbst besser damit zurechtkommen, denn ich bin völlig fertig. Mache mir Vorwürfe. Falls irgendjemand Hilfe hat - ich brauche sie gerade dringend!

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Guten Tag Melissa3012,

Ihr langer Beitrag zeigt sehr deutlich, wie belastend die Situation mit Ihrem Ex-Freund für Sie ist.

So viel Negatives haben Sie schon erlebt mit ihm, und trotzdem wollen Sie noch nicht aufgeben, wollen ihm immer noch helfen.

Immerhin denken Sie nun ein bisschen auch an sich und suchen Unterstützung für sich selber.

Darin möchte ich Sie gerne ermutigen. Leider müssen Sie damit rechnen, dass Sie hier im Forum nicht viele Antworten erhalten. Sie haben aber die Möglichkeit, sich in der Mailberatung von SafeZone mit einer Fachperson auszutauschen und zu schauen, wie Sie Ihre Situation verbessern könnten.

Freundliche Grüsse und viel Kraft

Manuel


SafeZone.ch-User schreibt:

Vielen Dank für Ihre Antwort Manuel.

Das werde ich versuchen.


Mehr Fragen zu Alkohol

Nach 1 Monat Antabus hat mein Partner das Gefühl, alles im Griff zu haben. Mein Partner ist Alkoholiker, wie gehe ich damit um?

Mein Bruder will mit ein paar Leuten eine Geburtstagsparty auf seinem Gummiboot machen. Er feiert gern und immer mit viel Alkohol. Auf den Einwand, als Bootsführer liege nur für ihn ein Bier drin lachte er nur und sagte, diese 0.5-Promille sei doch schon wieder abgeschafft. Stimmt das?

Ich bin seit 10 Jahren mit einem Alkoholiker zusammen. Die Sucht habe ich relativ früh erkannt weil er sich sehr auffällig verhielt, wenn er zu viel getrunken hatte oder die Fahne war zu penetrant. Wir hatten unzählige Streitereien wegen dem Alkohol, er ist mir mehrmals fremdgegangen, hat mich immer wieder belogen...immer unter Alkoholeinfluss. Mittlerweile hat das Ganze neue Dimensionen angenommen, er ist zum ersten Mal unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben und war unter drogen und alkoholeinfluss mit dem Auto unterwegs. Wenn er nüchtern ist, weiss er selber, dass das was er macht ein absolutes no go ist. Jedoch ändert sich kaum etwas nach unseren Gesprächen und Vereinbarung die getroffen wurden, werden nicht eingehalten. Ich habe ihn immer wieder versucht zu verstehen und die Dinge aus seiner Perspektive zu sehen. Ich merke jedoch, dass ich einfach nicht mehr die Energie habe seine Eskapaden weiterhin zu ertragen. Wir verstehen uns wenn er nüchtern ist super, haben es lustig zusammen und alles ist harmonisch. Aber der Alkohol macht diese Harmonie immer wieder zunichte. Ich liebe ihn trotz allem noch und weiss, dass er im Grunde ein toller Mensch ist. Den Alkohol als ständigen unerwünschten Begleiter jedoch hasse ich mittlerweile wie die Pest. Er gesteht sich die Sucht auch ein und sagt selber, dass er davon loskommen möchte. Aber nichts hat bis jetzt geholfen, keine Psychotherapie, keine Suchtberatung und keine Medikamente. Einen stationären Entzug lehnt er vehement ab. Ist es also egoistisch von mir, wenn ich nun lieber auf meine Bedürfnisse achten möchte? Lasse ich ihn fallen, wenn ich mich von ihm trenne, obwohl wir ja auch schöne Momente zusammen hatten und auch immer noch haben? Die Entscheidung fällt mir extrem schwer aber so wie es jetzt ist, kann es nicht mehr weitergehen...ich weiss keinen Rat mehr.

Mehr Fragen zu Cannabis

Guten Tag Als 15 Jähriger habe ich angefangen täglich zu kiffen. Aus heutiger Sicht aus dem Grund, weil ich ein enorm schlechtes Selbstwertgefühl hatte/habe. Der Rausch verstärkte oft mein schlechtes Selbstwertgefühl und war oft nicht nur Genuss sondern eine Flucht vor Zerstreutheit im Alltag und ein Verstecken vor der Realität. Mit 18 wollte ich aufhören und habe es dann 2-3 Jahre lang probiert. Etliche Tagebucheinträge in denen ich beschrieb wie gerne ich aufhören würde zu Kiffen, begleiten mich im Kampf gegen den Teufelskreis der Antriebslosigkeit. Mit 21 habe ich es dann schlussendlich mehr oder weniger geschafft mich aus der Abhängigkeit zu befreien und nur noch gelegentlich gekifft, um mich jedes Mal zu vergewissern, dass es mir wirklich nicht gut tut. Die Lust bleibt..., aber mittlerweile mit 24 habe ich genug Erfahrung, um es bleiben zu lassen. Mittlerweile ist ja ziemlich bekannt, welche negativen Folgen ein exzessiver Konsum von Cannabis in Jugendjahren hat und was für bleibende Schäden dadurch für die Psychische Gesundheit und gewisse Hirnkapazitäten entstehen. Ich beobachte auch bei mir diverse negative Auswirkungen. Nun frage ich mich, ob es nicht eine Möglichkeit gibt solche "Fehlvernetzungen" und die psychische Instabilität mit Übungen oder sonst etwas zu therapieren. Ich habe dazu leider nichts Schlaues gefunden, ich könnte mir vorstellen, dass es ganz Vielen ähnlich geht. LG

Letztes Jahr war ich wegen meiner Sucht sechs Monate in einer Klinik. Nachher war ich arbeitslos. Jetzt habe ich wieder eine Stelle in Aussicht und ein Bewerbungsgespräch findet nächste Woche statt. Was soll ich zu dieser Lücke in meinem Lebenslauf sagen?

Hallo zusammen Ich kiffe schon fast 30 jahre täglich und habe nun aufgehört seit mehr als 3 Monate da ich sehr viele schicksalsschlage erleben musste im 2021. Nun habe ich so eine komische wahrnehmung im freien kam nach ca. 2 wochen abnistenz, alles wie im film und fühle mich wie dumm und nicht mehr selbstbewusst. Alles erscheint anders ich kenne zwar die umgebung jedoch fällt mir jeden tag auf, Dies war sonst nie der fall auch wenn ich mal 2 wochen im urlsub nicht rauchte. Kennt ihr das undcgeht dss wieder weg? Gruss tom

Fragen von Angehörigen

Mein Freund lügt, trinkt, konsumiert Amphi und ist teils sehr aggressiv. Er spricht über unsere Zukunft aber gleichzeitig bin ich ihm oft völlig egal. Oder sind das alles nur die Drogen?

Kiffen und Pep - der Konsum von meinem Mann nimmt überhand und er wurde gewalttätig. Ich weiss mir leider keinen Rat mehr. Ich liebe ihn, aber das macht mich alles traurig und nervlich fertig, was soll ich tun?

Mein Freund ein Quartalstrinker. Er ist dann ein ganz anderer Mensch wenn er trinkt. Wie soll ich mit der Situation umgehen?

Suchen Sie jemanden, dem Sie sich anvertrauen können oder der Sie berät?

Wir sind in einer anonymen Online-Beratung für Sie da.