Mein Partner trinkt und sieht kein Problem… Ich weiss nicht, ob sein Verhalten schon als Alkoholsüchtiger gilt. Wie geht man so etwas mit dem Partner an?!

Hallo

Ich bin seit knapp 3 Jahren mit meinem Partner zusammen. Er hat schon immer Alkohol getrunken, doch ich dachte, dass dies noch "normal" sei oder war "betriebsblind", keine Ahnung. Man denkt ja nicht gleich an eine Alkoholsucht...

Ich weiss nicht, ob das Verhalten meines Partners (46 Jahre) schon als Alkoholsüchtiger gilt. Er arbeitet ganz normal und hat auch keine Fehlstunden oder Krankheitsausfälle, trinkt auch nicht am Morgen. Sobald er jedoch Feierabend hat, wird zuerst einmal auf dem Heimweg ein 5 dl Bier mit Tequilla getrunken. Zu Hause geht's dann direkt weiter mit einer Flasche Rosé oder einer Flasche Sekt oder gleich beides zusammen. Er trinkt also täglich eine ganze Flasche Wein/Sekt und noch sein Heimweg-Bier. Zum Teil kann er dann auch noch auf 1 oder 2 Gläser Rotwein wechseln...

Meiner Meinung nach definitiv nicht mehr in der normalen Genussschiene, da dies ja auch täglich vorfällt.

Ich habe ihn darauf angesprochen und ihm gesagt, dass sein Alkoholkonsum zu viel wäre und er sich doch mal überlegen soll, ob dies nicht schon in eine Sucht gerutscht wäre und wieso er sich so zuschütten muss täglich und dass sein Verhalten danach einfach völlig daneben sei. Er lallt dann rum und ist gereizt und geht dann bald mal ins Bett.

Seine Antwort war nur, dass er dies seit Jahren macht. Er ja den ganzen Tag Wasser trinkt und am Abend keine Lust mehr auf Wasser hätte und dass er viel zu gerne Alkohol trinken würde. Verbieten könne ich es ihm ja nicht. Und ja, ich wär nicht die erste Person, die mit ihm solche Diskussionen führen würde. Seine Ex-Freundin hatte ihm schon das Gleiche gesagt vor ca. 8 Jahren.

Nun dreht sich bei mir alles um dieses Thema... Ich schlafe schlecht und mach mir ständig Gedanken. Was kann ich machen, kann ich ihm helfen auch wenn er scheinbar gar kein Handlungsbedarf sieht! Ich will nochmals das Gespräch mit ihm suchen, aber ehrlich gesagt, weiss ich gar nicht genau, was ich ihm sagen soll... ich kann ihm den Alkohol ja wirklich nicht verbieten.

Wir wohnen auch nicht zusammen und ich kann ihm nicht sagen, er soll mal 2 Wochen nichts trinken um zu zeigen, dass er das kann. Ich würde es ja nicht mitbekommen, ob er trinkt oder nicht...

Wie geht man so etwas mit dem Partner an?! Ich habe da - zum Glück - keine Erfahrung und ich möchte auch nicht, dass es einfach so weiterläuft.

Vielen Dank für die Tipps, Anregungen und Erfahrungsberichte...

Grüsse Hubabuba

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Hallo Hubabuba

Herzlich willkommen im Forum von Safe Zone!

Nach drei Jahren ist ihre Beziehung in eine neue Phase eingetreten. Es ist ihnen bewusst geworden, dass der Alkoholkonsum ihres Partners für Sie nicht mehr stimmt. Ihrer Meinung nach trinkt er zu viel. Für ihn scheint sein Konsum aber normal zu sein und er will offenbar keine Veränderung. Nun wissen Sie nicht, wie es weitergehen soll und es gehen Ihnen viele Fragen durch den Kopf. Sie wünschen sich mehr Klarheit in dieser Situation und es könnte durchaus hilfreich sein, von den Erfahrungen anderer SafeZone User, die ähnliches erlebt haben, zu lernen. Möglicherweise finden Sie in älteren Forenbeiträgen bereits hilfreiche Berichte.

Es stimmt. Ihr Partner entscheidet, wie viel er trinkt. Darauf haben Sie keinen direkten Einfluss. Was können Sie also tun? Da sein Trinkverhalten offenbar auch die Beziehungsqualität beeinträchtigt, halte ich es für wichtig, dass Sie die Grenzen dessen, was für Sie drin liegt und was nicht, wohlwollend aber bestimmt setzen. Es kann eine Weile dauern, bis Sie sich selber klar darüber werden wo diese Grenzen sind. Deshalb empfehle ich Ihnen, sich an die Mailberatung von SafeZone oder an eine Beratungsstelle in ihrer Nähe zu wenden. Der Austausch mit einer Fachperson kann ihnen im Prozess der weiteren Gestaltung Ihrer Beziehung und bei der Suche nach passenden Lösungen helfen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute

Sara


Fragen von Angehörigen

In unserem Freundeskreis haben wir einen langjährigen "Schulkumpel", bei dem wir ein Alkoholproblem festgestellt haben. Einer unserer Freunde hat dies vor einigen Monate bei einem Telefonat bemerkt. Unser Freund konnte sich kaum noch artikulieren. So haben wir im Freundeskreis begonnen, uns mit der Sache zu beschäftigen und dem nach zu gehen. In Gesprächen mit der Familie haben wir nun herausgefunden, dass das Thema schon seit 2 Jahren bekannt ist, aber total vermutlich schon > 5 Jahre ein Thema ist. Uns gegenüber hat der Freund eine Kulisse aufrechterhalten. Vor kurzem haben wir es geschafft ihn aus seiner Wohnung zu holen und in eine Therapie zu bringen. Er hat diese aber abgebrochen. Wir haben den Eindruck, dass er den Ernst der Lage immer noch nicht erkennt. Wir haben auch feststellen müssen, dass ganze viele Geschichten aus den letzten Jahren schlicht gelogen waren. Unser Freund hat versucht ein Bild abzugeben und es aufrecht zu erhalten - sei es bezüglich Beruf, Vermögen oder Frauen/Sexualleben. Die Frau an seiner Seite hat aufgegeben und sich getrennt. Die Schwester ist extra in die Nähe gezogen, kommt aber auch nicht zu Ihrem Bruder durch. Wir Freunde fragen uns nun, wie wir mit der Sache am Besten umgehen. Wir wissen nun von den Lügen und diese hören auch nicht auf. Wir fragen uns, ob wir mehr Klartext reden müssen, Grenzen ziehen müssen, klare Veränderungen einfordern müssen. Oder ob es richtig ist zu helfen, obwohl Therapien immer wieder abgebrochen werden. Wir wollen ganz klar helfen. Aber wir haben das Gefühl, dass es nichts bringt solange unser alter Freund seine Situation nicht erkennt und einsieht, dass es eine längere Therapie braucht. Wir glauben, dass nicht nur der Alkoholismus therapiert werden muss, sondern auch was dahintersteckt. Wir gehen von einer Depression aus, z.B. aufgrund unverarbeiteter Geschichten in der Familie und nicht eingetretener Karrierevorstellungen.

Mein Partner konsumiert regelmässig (ungefähr 1-2x in der Woche) Kokain. Er möchte damit aufhören und kann sogar mehrere Wochen Drogenfrei sein, solange er nicht seine Freunde trifft! Er entschuldigt sich nach jedem konsum und verspricht das nächste Mal nichts zu nehmen.

Mein Freund ist kokainabhängig, wie kommt er davon weg? Wie soll ich mich ihm gegenüber verhalten?

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