Nach Silvester wollte ich zwei Monate lang nichts trinken. Letzte Woche habe ich dann unter Freunden doch mit einem Glas Prosecco angestossen. Es fiel mir danach sehr schwer, auf das zweite Glas zu verzichten. Wieso ist das so schwierig?

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Sie können stolz auf sich sein. Sechs oder sieben Wochen lang nichts zu trinken und es dann bei einem Glas Prosecco bleiben zu lassen wenn es wieder einmal etwas zu feiern gibt, ist für manche wirklich nicht so einfach.

Alkohol in kleineren Mengen wirkt entspannend, beruhigend und lösend. Das Belohnungszentrum des Gehirns wird aktiviert und das heisst, man möchte mehr von dieser Substanz, die ja vermutlich noch greifbar vor einem steht und von der sich alle anderen im Raum weiter bedienen.

Warum möchten wir mehr von dieser Substanz? Im Grunde funktionieren die Menschen noch wie zu Zeiten der Steinzeit. Damals herrschte eher Mangel an Nahrungsmitteln. Fand man z.B. einen Bienenstock, wurde nicht gezögert und der ganze Honig auf einmal verzehrt. Es könnte ja jemand anderes daher kommen und den Honig wegnehmen. Bereits der Anblick eines Bienenstocks aktivierte das Belohnungszentrum des Gehirns so dass keine Anstrengung unterlassen wurde, den Honig zu ernten.

Heute ist es nicht mehr so mühevoll, an den Honig – sprich an den Alkohol – zu gelangen. Umso schwieriger ist es, der eigentlichen Natur etwas entgegen zu setzen und nicht weiter zu konsumieren obwohl noch etwas übrig ist von der verlockenden Substanz.

Für die einen ist es der Alkohol, andere können bei anderen Dingen nicht, oder eben nur mit grosser Anstrengung, widerstehen. Dass Sie in der oben beschriebenen Szene nach einem Glas aufhören konnten zu trinken, zeugt von guter Selbstkontrolle und Reflexionsfähigkeit.


Fragen von Betroffenen

Wenn ich ausgehe bin ich öfter mit dem Velo unterwegs. Ich trinke dann auch meistens fünf bis sechs Bier, manchmal auch mehr. Nun habe ich mich gefragt was passiert, wenn ich mal in eine Kontrolle komme. Gibt’s dann eine Busse?

Mein Mann und ich geniessen es, am Abend zusammen eine Flasche Wein zu trinken. Während er nach einem Glas genug hat, kann ich das Trinken nicht lassen bis die Flasche leer ist. Wieso hat er den Alkohol im Griff und ich nicht?

Im Shutdown habe ich aus Langeweile angefangen, in Onlinecasinos zu spielen. Anfangs hatte ich das gut im Griff. Jetzt spiele ich immer häufiger, und ich komme davon gar nicht mehr los. Diese Sucht ist ein Problem, auch für die Familie und finanziell. Ich muss aufhören. Welche Hilfe gibt es?

Möchten Sie jemanden, dem Sie sich anvertrauen können oder der Sie berät?

Wir sind in einer anonymen Online-Beratung für Sie da.