Hallo, ich bin in einem teils finanziell sehr schwachen Umfeld aufgewachsen (Miete immer mitgezahlt von meinem Azubigehalt etc.) und bin dann auf der Suche gewesen wie man schnell Geld verdienen kann. Habe Ende 2018 den Kryptomarkt entdeckt und (natürlich durch reines Glück) in kurzer Zeit für meine Verhältnisse viel Geld verdient. Hatte einen laufenden Job, Karrieremöglichkeiten, Perspektiven. Habe mich dann dazu entschieden, mich Teilzeit an der Börse als Börsenhändler selbständig zu machen, was ebenfalls 3 Jahre super funktioniert hat. (Waren 2 Wochen von zu Hause und 2 Wochen ganz normal arbeiten). Die schiere Gier nach mehr hat mich mittlerweile, 6 Jahre danach, ALLES verlieren lassen. Ich wollte Vollzeit an der Börse arbeiten - was mein größter Fehler war. Ich bin mittlerweile Vollzeit bei einem Aushilfsjob für Mindestlohn arbeiten und in der Insolvenz. Ich weiß nicht mehr weiter, ich habe keinen einzigen Freund mehr über die letzten Jahre halten können weil ich mich komplett isoliert habe es ist eine Mischung aus natürlich Scham und absoluten Selbsthass, weil ich einfach nicht aufhören kann. Ich pumpe immer wieder Geld an die Börse in der Hoffnung mich dieses Mal an mein Riksikomagement/Plan zu halten (wie die 3 Jahre in denen es lief auch) ohne jeglichen Erfolg. Da die ganze Kryptosache auch nicht sauber im EU Bereich reguliert ist, kann ich mich auch nirgendwo richtig "sperren" lassen. Ich finde immer wieder eine Möglichkeit. Je öfter ich in den Markt schaue und sehe, wie viel ich bereits "haben hätte können" wenn ich einfach nur gekauft und gewartet hätte OHNE aktiv damit zu handeln macht mich absolut depressiv. Habe permanent Geldprobleme und bin mittlerweile extrem abhängig von Essen (Übergewicht) und Kiffen was sich auch auf meine Gesundheit und wohlbefinden schlägt. Das war bis dato eigentlich nie mein Problem. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Es ist als würde ich keinen anderen Ausweg haben außer wieder zu spielen und endlich "Geld zu verdienen" - obwohl ich jetzt schon beim Tippen weiß, dass ich wieder alles verlieren werde. Das läuft jetzt seit 2-3 Jahren am Stück so => ich bekomme Geld aufs Konto => verspiele es => Warten auf das kommende Gehalt und wieder von vorne. Sobald ich aber damit an die Öffentlichkeit gehen würde, fällt meine komplette Maske, weil ich eben nicht mehr erfolgreich bin wie "damals". An meinem Lebensstil merkt man das nicht, weil ich schon immer extrem Bescheiden gelebt habe. Auch bei der Bank etwas sperren zu lassen etc ist mir ebenfalls zu riskant, weil ich mich ja in Insolvenz befinde und wenn der Verwalter merkt, dass ich mit meinem Restgeld wieder an die Börse gehe verfällt sicherlich meine Restschuldbefreiung und ich bin in noch mehr Schwierigkeiten. Ich weiß nicht mehr weiter, wo fängt man denn da an??
SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:
Sie haben Ihr Anliegen unter den öffentlichen Fragen gestellt. Dort können wir auf Ihre Situation nur in etwas allgemeinerer Form eingehen. Wenn Sie sich bei SafeZone persönlich beraten lassen möchten, empfehlen wir Ihnen, sich auf diesem Weg anzumelden: https://www.safezone.ch/de/beratung
Dort könnten Sie Ihre Anfrage noch einmal stellen. Sie haben dann auch die Möglichkeit, wieder zu antworten.
Aus Ihrer E-Mail wird Ihre Verzweiflung deutlich spürbar. Sie kämpfen seit Jahren vergeblich darum, finanziell mit Hilfe des Tradens wieder auf die Beine zu kommen. Das, was Sie beschreiben, deutet auf ein Suchtverhalten hin. Hier finden Sie die Kennzeichen einer Sucht: Verluste durch weiteres Trading kompensieren; um immer höhere Beträge traden (Toleranzentwicklung); das Trading nimmt immer mehr Raum im Leben ein; Vernachlässigung anderer Lebensbereiche (Freundschaften, Arbeit, Partnerschaft, Hobbies, etc.); wiederholte erfolglose Versuche, das Trading einzuschränken; Vertuschen oder Lügen, um das Ausmass des Tradings vor anderen zu verstecken sowie Weitermachen trotz eindeutiger Folgeschäden.
Sie fühlen sich im Moment verzweifelt und versuchen sich mit Essen und Cannabiskonsum etwas Gutes zu tun, was letztendlich auch wieder negative Konsequenzen mit sich bringt. Nun haben Sie mit Ihrer Anfrage einen ersten Schritt in eine andere Richtung gemacht. Ich möchte Sie sehr ermutigen, diesen Weg weiterzugehen.
Gerne mache ich Ihnen einige Vorschläge für ein weiteres Vorgehen:
• Melden Sie sich bei der Suchtberatung in Ihrer Nähe und lassen Sie sich belgeiten. Wie schon erwähnt, kann Traden kann wie Glücksspiel eine Suchtdynamik mit allen Begleiterscheinungen entwickeln. Die Veränderungen im Gehirn sind denen einer Drogensucht ähnlich. Auch Entzugserscheinungen können auftreten. Allein mit gutem Willen kann man eine Verhaltenssucht ab einem gewissen Punkt nicht so einfach stoppen, sonst wäre es Ihnen bestimmt schon gelungen.
• Wenn ich Sie richtig verstehe, dann haben Sie einen Finanzverwalter. Vielleicht könnte es eine gute Idee sein, diesen über Ihr Tradingproblem zu informieren. Dann kann er Sie darin unterstützen, Ihr Geld vor dem Traden zu schützen. Sucht ist eine Krankheit, die u.a. gekennzeichnet ist, durch Kontrollverlust und die Weiterführung des Verhaltens trotz schädlicher Auswirkungen.
• Allenfalls könnte eine stationäre Behandlung sinnvoll sein, falls die ambulante Begleitung durch die Suchtberatung nicht ausreichend ist. Es kann sich sehr positiv auf das weitere Leben auswirken, wenn man sich eine Auszeit gönnt und die Themen, die mit der Suchtproblematik in Verbindung stehen, einmal genau anschaut. Die Klinik im Hasel https://www.klinikimhasel.ch/ behandelt auch Verhaltenssüchte und die UPK Basel macht sogar ein spezialisiertes Angebot https://www.upk.ch/ueber-uns/kliniken-zentren-und-abteilungen/klinik-fuer-erwachsene/zentrum-fuer-abhaengigkeitserkrankungen/verhaltenssuechte-stationaer
• Beginnen Sie, sich beruflich erreichbare Ziele zu setzen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, sich weiterzubilden oder dort anzuknüpfen, wo Sie beruflich ausgestiegen sind und mit dem Traden begonnen haben.
• Überlegen Sie, wer in Ihrem privaten Umfeld Sie unterstützen kann. Meistens merken die Menschen, die man näher kennt, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht können Sie mit diesen Ihre Freizeit anders verbringen und wieder auf andere Gedanken kommen.
• Allenfalls könnte auch eine psychiatrische Behandlung (Depression? z.B.) sinnvoll sein. Am besten besprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt.
Gibt es etwas auf der Liste, das Sie angesprochen hat. Vielleicht könnte das der nächste Schritt. sein.
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