Ich trinke seit 15 Jahren regelmäßig alkohol (bin jetzt 31) und habe nie länger als 10 Tage am Stück nicht getrunken. Jedesmal trinken bis zum Rauschzustand. Aktuell alleine auf Selbstfindungmission am reisen und ca. alle 5 Tage massiv am saufen, oft den ganzen Tag über. Jetzt ist meine Freundin zu Besuch und ich plane einen Monat lang nicht zu trinken. Heute ist Tag 10 und ich habe ein massives restless legs syndrom letzte Nacht gehabt. Kommt das vom Alkoholentzug ?

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach 16 Jahren fast täglichen Trinkens, häufig bis zum Rauschzustand, haben Sie sich entschieden, eine Pause zu machen. Es ist Ihnen bereits gelungen, 10 Tage auf Alkohol zu verzichten. Leider haben sich nun quälende Symptome eingestellt, bei denen Sie vermuten, dass es sich um das Restless-Legs-Syndrom handelt.

Wir haben zur Beantwortung Ihrer Frage einen Suchtmediziner hinzugezogen. Dennoch handelt es sich nur um Vermutungen, die wir Ihnen hier weitergeben. Wir empfehlen Ihnen daher eine medizinische Abklärung, falls die Symptome nicht von selbst verschwinden.

Hier unsere Annahmen:

Am wahrscheinlichsten können die beschriebenen Symptome im Rahmen des Alkoholentzugs gesehen werden, auch wenn es vielleicht nicht typisch ist, dass die Beschwerden erst am 10. Tag auftreten. Gliederschmerzen und starkes Unruhegefühl sind typisch für einen Alkoholentzug. Auch Elektrolytstörungen können im Rahmen des Entzugs auftreten. Zu den Elektrolyten zählen z. B. Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium. Vielleicht könnte es Ihnen noch guttun, Vitamin B und Magnesium einzunehmen.

Nach 10 Tagen ist der körperliche Entzug zwar so weit abgeschlossen, nicht jedoch die psychische Entwöhnung, der wesentlich länger dauert. Dass man sich in dieser Zeit unruhig fühlt, wenn die Lust auf Alkohol auftaucht, ist ganz normal. Im Laufe der Zeit wird der Drang zu trinken immer schwächer. Mit jedem Mal, bei dem Sie sich bewusst gegen den Konsum entscheiden, stärken Sie Ihre Motivation.

Alkoholkonsum oder ein Alkoholentzug scheinen keine direkten Risikofaktoren für das Restless-Legs-Syndrom zu sein. Es handelt sich dabei um eine chronische Erkrankung, bei der die Betroffenen einen unangenehmen Bewegungsdrang in den Beinen, vorwiegend in den Waden, verspüren. Begleitende Missempfindungen wie Kribbeln oder Ziehen sind weitere typische Symptome. Im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen (Eisenmangel, Nierenerkrankungen, Schilddrüsenstörungen, Rheuma, Erkrankungen des Nervensystems) oder nach Behandlung mit Betablockern oder bestimmten Medikamenten gegen Depression können ähnliche Symptome auftreten. Diese nennt man sekundäres Restless-Legs-Syndrom.

Nach einer einzelnen Nacht mit Beschwerden kann noch nicht von einem Restless-Legs-Syndrom gesprochen werden.

Langfristiger Alkoholkonsum kann die Nerven nachhaltig schädigen und eine sogenannte periphere Polyneuropathie verursachen. Entsprechende Beschwerden sind Missempfindungen, Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und mitunter Muskelschwund sowie Muskelerschlaffung. Häufig sind hier die Beine und die Füsse betroffen.

Gerne möchten wir Ihnen nahelegen, schon allein aus gesundheitlichen Gründen die abstinente Phase noch zu verlängern. Wenn Sie schon den anstrengenden Entzug geschafft haben, lohnt es sich vielleicht noch weiterzumachen. Gerne können wir von SafeZone Sie dabei auch aus der Ferne unterstützen. Wenn Sie sich bei SafeZone persönlich beraten lassen möchten, empfehlen wir Ihnen, sich auf diesem Weg anzumelden: https://www.safezone.ch/de/beratung


Fragen von Betroffenen

Ich würde gerne wissen, welche Möglichkeiten der Selbsttherapie es bei Mediensucht oder starker Abhängigkeit gibt, wenn man keine autoritäre Person hat, die den Konsum einschränken kann. Ein "kalter Entzug" von heute auf morgen habe ich in letzter Zeit häufig probiert, allerdings hat dieser nie länger als eine Woche maximal gehalten. Oder ist die Selbsttherapie der falsche Ansatz und ich sollte zu einem Arzt/Therapeut?

Ich habe seit 7 Jahren eine Automatenspielsucht das immer heftiger wird. Ich habe schon sehr viel Geld verloren und die Einsätze werden immer größer obwohl ich mir immer wieder sagte das ich wenn ich schon Spiele, kontrolliert Spiele. Ich schaffe es nicht, sobald ich gewinne ist dann alles wieder weg und dann bin ich tagelang fix und fertig, Schuldgefühle und mir geht es sehr schlecht. Nun passierte es wieder und am nächsten Tag gleich nach der Arbeit wieder und solange bis ich kein Geld mehr hatte. Nun habe ich noch mehr Drang unbedingt wieder zu spielen und überlege wie ich am besten zu Geld komme. Ich denke mit allen Mitteln daran, Geld zurück zu holen, obwohl ich immer die Erfahrung machte das es nicht funktioniert weil ich immer erst aufhören kann wenn alles weg ist. Ich war schon in der Beratung öfters, Nichts bringt es. Ich fühle mich total mies. Ich weiß nicht mehr weiter.. besonders jetzt ist alles sehr schlimm nach dem heftigen Rückfällen..mein Gehirn ist nur darauf gerichtet Geld zu haben und spielen zu gehen. Aber mehr Geld, wegen 100 oder 300 Euro bin ich nicht mehr zufrieden.. furchtbar ist das,. ich habe Angst.

Ob ich (17) andere frage, ob sie mir Alkohol kaufen?

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