Hallo ihr lieben, ich habe eine Frage, womit mir sonst irgendwie niemand weiterhelfen kann. Und zwar nehme ich seit einigen Monaten Citalopram, was mir mein Hausarzt wegen Depression verschrieben hat. Jetzt möchte ich in zwei Wochen nach langer Zeit endlich mal wieder mit Freunden einen Rave besuchen und in der Vergangenheit hatten wir bei solchen Gelegenheiten immer eine sehr coole Zeit, wo wir auch MDMA konsumiert haben. Jetzt habe ich allerdings gehört, dass sich das nicht gut verträgt? Also, dass man vielleicht nicht die gleiche Wirkung von MDMA hat wie normal, oder so. Ich will deshalb das Citalopram vorher absetzen und jetzt meine Frage: meint ihr, dass die zwei Wochen reichen, damit das Emma dann wieder normal wirkt? Besten Dank für eure Hilfe schonmal!

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Herzlichen Dank für Anfrage. Es hat leider etwas länger gedauert, bis Sie ihre Antwort erhalten. Wir haben noch einen Suchtmediziner zu Rate gezogen, da es sich bei Ihrer Frage um eine medizinische Fragestellung handelt. Die Informationen des Suchtmediziners fliessen in unsere Antwort ein.

Sie nehmen wegen einer Depression seit einigen Monaten Citalopram. Sie möchten an einen Rave gehen und dort MDMA konsumieren, haben aber gehört, dass sich die Kombination nicht gut vertragen soll. Sie fragen sich, ob Sie daher das Citalopram vorher absetzen sollen, um die erinnerte positive MDMA-Wirkung erleben zu können.

Citalopram ist ein SSRI (Selektiver Serotonin Wiederaufnahmehemmer), welcher gegen depressive Störungen und Angsterkrankungen eingesetzt werden kann. Durch Wiederaufnahmehemmung von Serotonin im synaptischen Spalt zwischen zwei Nervenzellen, wird die Serotonin-Wirkung verstärkt. Einfacher ausgedrückt: Serotonin ist eine Art «Glückshormon» und Citalopram sorgt dafür, dass es länger im Gehirn bleibt. Citalopram darf nicht eingesetzt werden, wenn Probleme mit dem Herzmuskel bestehen. Als unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden u.a. auch Elektrolytstörungen, insbesondere Natriummangel, und epileptische Krampfanfälle beschrieben

Beim Stoppen von Citalopram nach längerer, regelmässiger Einnahme beträgt die Eliminationshalbwertszeit rund 30 Stunden d.h. alle 30 Stunden baut sich jeweils die Hälfte des Citaloprams ab. Gemäss Ihren Angaben würden zwischen dem Stopp von Citalopram und der Einnahme von MDMA rund zwei Wochen liegen. Das heisst, eine genügend lange Zeit, damit Citalopram vollständig abgebaut ist und nicht mit Wechselwirkungen zu rechnen ist. Es wird empfohlen, SSRI auszuschleichen und nicht abrupt abzusetzen.

MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin) ist ein Stimulans, unter dessen Einfluss die eigenen Emotionen intensiver wahrgenommen werden. Es wirkt im Gehirn als Ausschütter der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Nordadrenalin. MDMA kann Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem Erhöhung des Blutdrucks, Kreislaufschwankungen, etc. verursachen. Im Weiteren besteht unter MDMA-Einnahme die Gefahr von Elektrolyt-Störungen, was die Gefahr für epileptische Krampfanfälle erhöhen kann.

Kurz ausgedrückt: Die Nebenwirkungen von MDMA sind also ähnlich wie die des Citalopram. Ausserdem sorgt MDMA dafür, dass mehr Serotonin ausgeschüttet wird und Citalopram, dass es nicht mehr so schnell vom Körper aufgenommen werden kann.

Daraus ergeben sich bei gleichzeitiger Einnahme von SSRI und MDMA durch die Anhäufung von beiden Substanzen erhöhte Risiken für ein Serotonin-Syndrom: Dieses kann durch ein SSRI allein, vor allem aber durch die gleichzeitige Einnahme von SSRI mit serotoninergen Arzneimitteln / Drogen auftreten. Symptome sind Puls- und Blutdruckanstieg, Schwitzen, verschnellerte Atmung, ggf. Durchfall, Erbrechen und Kopfschmerzen, starke Unruhe, Halluzinationen, Störungen des Bewusstseins, Koordinationsstörungen, Zittern, Myoclonus, Krämpfe und Hyperthermie. Unbehandelt kann ein schwer verlaufendes Serotonin-Syndrom lebensbedrohlich sein. Eine Kombination beider Substanzen kann ausserdem das Risiko von Herz- und Kreislaufproblemen erhöhen. Elektrolytstörungen, insbesondere Natriummangel kann bei beiden Substanzen als Nebenwirkung auftreten. Beide Substanzen können das Risiko für epileptische Krampanfälle erhöhen.

Möglicherweise möchten Sie das Risiko einer kombinierten Einnahme nicht eingehen und haben schon mit der Reduktion des Citaloprams begonnen, da der Rave ja schon bald stattfindet. Da Sie das Citalopram auch langsam wieder aufdosieren müssen, und dies ebenfalls ca. zwei Wochen braucht, haben Sie während ca. vier Wochen keinen antidepressiven Schutz.

Falls Sie noch nicht mit der Reduktion begonnen haben, ist es vielleicht eine gute Idee, dieses Mal kein MDMA zu konsumieren, damit Sie kein Serotoninsyndrom riskieren.

Vielleicht erleben Sie den Rave unter der Citalopram-Behandlung anders als vorher und es lohnt sich diese Erfahrung einmal auszuprobieren.


Fragen von Betroffenen

Ich habe ein Alkoholproblem. Nach schon gemachtem Entzug will ich jetzt mindestens ein halbes Jahr abstinent bleiben. Meine Sorge: was kann ich tun, um an Geschäftsaperos und Familienweihnachten trocken zu bleiben, wenn Alkohol angeboten wird, ohne gleich allen von meinem Problem erzählen zu müssen?

Hallo, Ich bin gbl süchtig. Seit 3 Jahren. Ich nehme mittlerweile bis zu 5 ml in 2 Stunden. Ich habe schon mit dem kh Kontakt und die würden mich aufnehmen. Allerdings bei meinem Konsum ist es wahrscheinlich das sie mich ins Koma legen müssen. Das will ich natürlich nicht. Ich habe schon öfter geschafft, mich selbst weit runter zu dosieren. Ohne Hilfsmittel. 0,1ml pro dosis alle 3 Tage. Ich bin immer wieder eingeknickt. Jetzt hätte ich aber im Anschluss direkt einen Platz im kh. Ich will nicht ins Koma... hat jemand einen Tipp was ich tun kann, um effektiver zu entziehen? Vielen Dank

Alkohol und Depressionen, Entzugserscheinungen: Ich bin seit einem Jahrzehnt ein Wochenendsäufer und nun abstinent. Ist es gefährlich, Speisen zu essen, die Alkohol enthalten?

Möchten Sie jemanden, dem Sie sich anvertrauen können oder der Sie berät?

Wir sind in einer anonymen Online-Beratung für Sie da.