Mein Freund und ich konsumieren seit monaten Kokain (1g/Tag/Person) Ich möchte nun aufhören weil ich eine Charakterveränderung und Empathielosigkeit bei mir entdeckt habe die mir gar nicht gefällt. Mein Freund hat letzte Nacht eine Flasche Vodka getrunken und wurde sehr aggressiv und gewalttätig. Ich habe ihn gezwungen so viel Kokain zu schnupfen bis er wieder normal wird. Er hat wegen mir ein wichtiges Meeting heute verpasst. Heute am Abend wiederholte sich die Szene mit Vodka und Aggressivität. Auf Kokain lieben wir uns aber wenn ich aufhören will und er nicht, hat eine Beziehung überhaupt eine Chance?

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Seit längerem konsumieren Sie zusammen mit Ihrem Freund Kokain und stellen bei sich selbst eine Persönlichkeitsveränderung fest, die Ihnen nicht gefällt. Sie möchten daher Ihren Konsum stoppen und fragen sich, ob die Beziehung daran zerbrechen könnte, obwohl diese Ihnen anscheinend nicht guttut. So übernehmen Sie beispielsweise Verantwortung für das passte Meeting Ihres Freundes, obwohl er selbst doch die Entscheidung für Kokain und Wodka getroffen hat. Sie beschreiben, wie das Ganze inzwischen mit dem Wodka und der Gewalttätigkeit Ihres Freundes ausartet ist und Sie fragen sich klugerweise, wie es weitergehen soll.

Wenn Sie Ihren Konsum stoppen, so kann das verschiedene Auswirkungen auf die Beziehung haben.

1. Es könnte sein, dass Ihr Freund sich mitreißen lässt und ebenfalls seinen Konsum stoppt. In diesem Fall fragt es sich, wie Sie den Ausstieg umsetzen wollen, ob gemeinsam oder jeder für sich. Der Vorteil, Sie hindern sich gegenseitig am Konsum, der Nachteil, Sie verführen sich gegenseitig. Daher wäre es vielleicht eine gute Idee, sich zumindest für eine gewisse Zeit zu trennen, um sich auf sich selbst zu konzentrieren und abstinent zu werden. Falls Sie den Stopp alleine nicht schaffen finden Sie Hilfsangebote unter: https://www.infodrog.ch/de/hilfe-finden/suchtindex.html. Für viele Betroffene sind Beziehungen zu Menschen ohne Drogenproblem in dieser Phase eine große Unterstützung.

Sobald Sie sich in der Abstinenz wohl fühlen und Ihr Freund dasselbe erreicht hat, könnten Sie sich treffen und schauen, wie sich die Begegnung anfühlt.

2. Eine weitere denkbare Auswirkung könnte sein, dass Sie sich von Ihrem Freund entfremden, falls er den Konsum nicht verändert. Vielleicht ist es eine gute Idee, sich zu überlegen und bildlich vorzustellen, wie es in diesem Fall weitergehen könnte. Wie sehen die Abende mit Ihrem Freund voraussichtlich aus, wenn Sie weder Alkohol noch Kokain konsumieren und er seinen Konsum weiterführt? Wie reden Sie dann miteinander? Gibt es gemeinsame Interessen, denen Sie dann nachgehen? Wie empfinden Sie das Verhalten Ihres Freundes voraussichtlich, wenn er "drauf" ist? Was, wenn Sie dann eine starke Distanz spüren, weil ihr Freund den Exzess wünscht und Sie nicht? Was, wenn er immer wieder versucht, Sie zum Konsum zu verführen? Kann es sein, dass er wütend wird, wenn Sie nicht mit ihm mitschwingen? Werden Sie dann Angst vor ihm haben?

Normalerweise kann man sich in einer Beziehung aufeinander einschwingen, fühlt sich entspannt und kann loslassen. Ist das möglich mit Ihrem Freund, wenn er konsumiert und Sie nicht? Kann man wirklich von Liebe sprechen, wenn diese nur unter Kokaineinfluss empfunden wird? Oder überwiegen dann Stress, Sorgen und Angst vor dem nächsten Tag? Werden Sie dann mit ihm vereinbaren, dass er nicht in Ihrem Beisein und vor einem Treffen mit Ihnen konsumiert? Werden Sie es aushalten, clean zu bleiben, wenn er "drauf" ist, denn Sie werden sich voraussichtlich "auf zwei verschiedenen Planenten befinden" und das macht weniger Spass.

Und sicherlich ist es wichtig, einen Blick in die Zukunft zu wagen: Wie werden Sie in zwei oder drei Jahren auf die Beziehung zurückschauen? Werden Sie Ihre Ziele erreicht haben? Werden Sie eine gute Zeit gehabt haben und Dinge erlebt haben, die positiv in Ihrem Gedächtnis bleiben? Oder wird die Zeit stressig gewesen sein, viel Energie aufgebraucht und Sie in Ihrer Entwicklung blockiert haben?

Sie lesen an dieser Stelle viele Fragen. Dabei wollten Sie eine Antwort erhalten. Bestenfalls finden Sie diese in sich selbst, wenn sie sich die Fragen beantworten.

In meiner langjährigen Tätigkeit im Suchtbereich sind mir solche Lebensgeschichten häufig begegnet. Ich erlaube mir daher eine kurze Einschätzung. Überlegen Sie, ob Sie diese wirklich lesen wollen: … Die Chance, dass die Beziehung sich positiv entwickelt, wenn Sie aufhören und Ihr Freund weiterkonsumiert, ist gering. Kokain wird dann ein wichtiges Thema bleiben, auch in Ihrem Leben bleiben, selbst wenn Sie nicht konsumieren. Lieblosigkeit, Unzuverlässigkeit, unterschiedliche Bedürfnisse, mangelndes Interesse an Ihren Themen, Geldprobleme könnten Sie unglücklich machen und damit die Rückfallgefahr erhöhen.

Sie haben Ihre Frage bei den öffentlichen Anfragen gestellt. Das heisst, Ihre Anfrage und unsere Antwort sind auch für andere sichtbar. Safezone bietet auch die Möglichkeit der persönlichen Online-Beratung. Dann können nur Sie und Ihre Beratungsperson den Verlauf lesen. Diese Möglichkeit steht Ihnen jederzeit zur Verfügung. Hier der direkte Link: https://www.safezone.ch/de/beratung.


Mehr Fragen zu Alkohol

Ich bin seit 10 Jahren mit einem Alkoholiker zusammen. Die Sucht habe ich relativ früh erkannt weil er sich sehr auffällig verhielt, wenn er zu viel getrunken hatte oder die Fahne war zu penetrant. Wir hatten unzählige Streitereien wegen dem Alkohol, er ist mir mehrmals fremdgegangen, hat mich immer wieder belogen...immer unter Alkoholeinfluss. Mittlerweile hat das Ganze neue Dimensionen angenommen, er ist zum ersten Mal unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben und war unter drogen und alkoholeinfluss mit dem Auto unterwegs. Wenn er nüchtern ist, weiss er selber, dass das was er macht ein absolutes no go ist. Jedoch ändert sich kaum etwas nach unseren Gesprächen und Vereinbarung die getroffen wurden, werden nicht eingehalten. Ich habe ihn immer wieder versucht zu verstehen und die Dinge aus seiner Perspektive zu sehen. Ich merke jedoch, dass ich einfach nicht mehr die Energie habe seine Eskapaden weiterhin zu ertragen. Wir verstehen uns wenn er nüchtern ist super, haben es lustig zusammen und alles ist harmonisch. Aber der Alkohol macht diese Harmonie immer wieder zunichte. Ich liebe ihn trotz allem noch und weiss, dass er im Grunde ein toller Mensch ist. Den Alkohol als ständigen unerwünschten Begleiter jedoch hasse ich mittlerweile wie die Pest. Er gesteht sich die Sucht auch ein und sagt selber, dass er davon loskommen möchte. Aber nichts hat bis jetzt geholfen, keine Psychotherapie, keine Suchtberatung und keine Medikamente. Einen stationären Entzug lehnt er vehement ab. Ist es also egoistisch von mir, wenn ich nun lieber auf meine Bedürfnisse achten möchte? Lasse ich ihn fallen, wenn ich mich von ihm trenne, obwohl wir ja auch schöne Momente zusammen hatten und auch immer noch haben? Die Entscheidung fällt mir extrem schwer aber so wie es jetzt ist, kann es nicht mehr weitergehen...ich weiss keinen Rat mehr.

Mein Vater wurde vor 25 Jahren trocken. Seit er sich vor 2 Jahren hat pensionieren lassen, ist er faul und lustlos geworden und trinkt wieder Alkohol. Was können wir tun um ihm zu helfen? Warten bis es noch schlimmer und mehr wird?

Ich tinke jeden Tag Alkohol, die Wochenenden sind am schlimmsten. Langsam bin ich verzweifelt und man sieht mir den Alkoholkonsum an. Was kann ich tun?

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