Eltern und heroinsüchtig: An wen habt ihr euch gewendet? Wie habt ihr euch geholfen um da wieder raus zu kommen?

Ich bin ein junges mami und habe vor der Schwangerschaft Heroin konsumiert. Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, habe ich mit dem Methadonprogramm gestartet. ( vor 1.5 jahre) Dies hat auch ziemlich gut geklappt. Ich hatte nie Beikonsum. Doch seit ca. 2 Monate bin ich wieder hinein gerutscht und konsumiere wieder regelmässig Heroin. Gibt es hier auch jemanden der Mutter/ Vater ist und auch konsumiert? Wie geht ihr damit um? Habt ihr das jemandem gesagt? An wen habt ihr euch gewendet? Wie habt ihr euch geholfen um da wieder raus zu kommen?? Vielen Dank für die Antworten!

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Guten Abend Abcd,

ich begrüsse Sie herzlich im Forum von SafeZone.

Sie schneiden in Ihrem Beitrag ein wichtiges Thema an, über das leider viel zu oft geschwiegen wird.

Auch Menschen mit Suchtproblemen haben Kinder. Auch Menschen mit Suchtproblemen wollen verantwortungsvolle Eltern sein.

Was Sie beschreiben, ist nicht so selten: konsumierende Frauen können während der Schwangerschaft ihre Sucht besser kontrollieren - zum Wohle des ungeborenen Babys. Nach der Geburt verschärft sich dann die Suchtproblematik wieder. Oft auch ausgelöst durch die Belastungen der Elternschaft.

Ich kann mir vorstellen, dass der Rückfall bei Ihnen grosse Schuldgefühle auslöst, was vielleicht den Suchtdruck weiter erhöht. Ein Teufelskreis, aus dem Sie nun aussteigen wollen.

Ich hoffe, dass Sie hier die gewünschten Rückmeldungen von anderen Betroffenen bekommen.

Für viele ist es zudem nützlich und entlastend, wenn sie sich im geschützten Rahmen einer Beratung mit einer Fachperson besprechen, ihre Sorgen und Nöte mitteilen können. Gemeinsam werden dort individuelle Lösungen für die jeweilige Problematik erarbeitet.

Vielleicht nutzen Sie schon ein solches Angebot. Wenn nicht, möchte ich Ihnen unsere Mailberatung sehr empfehlen.


SafeZone.ch-User schreibt:

Ja, Abcd. Ich.

Hatte vor der SS keine probleme mit H. Jedoch seit eineinhalb jahren konsumiere ich H, intravenös.

Niemand weiss es ausser mein Partner. Ich habe Angst davor die Wahrheit zu sagen, weil dann alle denken, dass man voll drauf ist während man mit dem Kind ist. Stimmt ja aber überhaupt nicht. Ich bin ein verantwortungsvolles mami und tue alles genau gleich gut wie die zwei jahre ohne konsum und kind.

Sie verstehen es nicht das alles normal ist wenn man konsumiert und erst dann schwierig wenn nichts mehr konsumiert wird. Ich nimms ja auch nicht mehr wegen dem High sein, dass kann ich mir schonlange nicht mehr leisten, sondern nur um die Schmerzen zu unterdrücken. Wenn ich was drin hab bin ich eine bessere mama als affig. Klingt doof ist aber leider so.

Ich weiss auch nicht wie ich da raus komme. Ich merke aber das dieses Doppelleben nicht mehr lange gut geht. Ich bin im methadonprogramm jedoch hab ich zäpfchen die ich dann auch intravenös konsumiere. Mein grösseres problem ist glaub ich die nadelgeilheit...

Ich schäm mich für alles was ich tue obwohl mein kind (noch) keine nachteile ausser dem finanziellen hat. Aber er wird grösser und wird es bemerken. Dies will ich nicht. Ich will endlich wieder sauber werden, ohne Drogen ein gutes mami sein und ihn ein vorbild sein.

Abcd, dein thread ist von juni.. Ich hoffe du hast es geschafft und wenn du das liest, könnten wir uns vielleich einwenig unterhalten?? Ich habe niemanden mehr dem ich mich anvertrauen kann, doch du bist/warst in der gleichen situation, magst du mit mir kontakt aufnehmen zum bissl austauschen?Liebe Grüsse!!


SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Guten Abend Lilly

Herzlich willkommen in der SafeZone Community!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie hier eine Plattform finden, um sich mit anderen über Ihr Anliegen auszutauschen. Ein erster, wichtiger Schritt ist mit Ihrem offenen Beitrag schon getan.

Dennoch möchte ich Sie motivieren, mit Ihrer Bezugsperson des Methadonprogramms Kontakt aufzunehmen und ihre Situation dort transparent zu machen - vielleicht gibt es für Sie eine geeignetere Substitution als das Methadon. Der intravenöse Konsum von Methadonzäpfchen kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.


Fragen von Betroffenen

Ich habe ein Alkoholproblem. Nach schon gemachtem Entzug will ich jetzt mindestens ein halbes Jahr abstinent bleiben. Meine Sorge: was kann ich tun, um an Geschäftsaperos und Familienweihnachten trocken zu bleiben, wenn Alkohol angeboten wird, ohne gleich allen von meinem Problem erzählen zu müssen?

Ich habe mit meinem Freud das erste mal vor 3 Jahren Koks genommen. Seitdem nehmen wir es mehr oder weniger relgelmässig jeweils am Wochenende. Ein Faktor ist sicherlich, dass der Sex dann einfach super ist und lange dauert. Nur habe ich in letzter Zeit immer öfters mal heimlich ein paar Lines mehr genommen als mein Freund, wenn er nicht zugesehen hat. Ich möchte dies auch nicht heimlich tun aber er hat schon einige Jahre vor unserer Beziehung konsumiert und ist deshalb auch erfahrener und kann auch von selbst sagen „jetzt reichts“. Nun hat er mich heute dabei erwischt, dass ich mehr genommen habe und ist mega sauer. Ich weiss nicht was ich machen soll, wir sind schon 5 Jahre zusammen und ich möchte unsere Beziehung nicht aufs Spiel setzen wegen so etwas… aber ich nehme einfach gerne ein bisschen mehr als er. Wie soll ich vorgehen?

Wegen psychischen Problemen bin ich in Therapie bei einer Psychologin. Ich habe ihr bisher nicht erzählt, dass ich recht viel kiffe, obwohl es vielleicht wichtig wäre. Es macht mir aber Angst, das könnte an die Öffentlichkeit dringen. Als Lehrerin kann ich mir das nicht leisten. Was soll ich tun?

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