Newsletter Nr. 06 | Mai 2017

Guten Tag!

En ligne! Ab Mitte Juli bietet SafeZone.ch neu auch Beratungen in Französisch an. Derzeit werden die beteiligten Fachpersonen umfassend geschult. Der ausschliesslich schriftliche Beratungsprozess, das anonyme Umfeld sowie die Transparenz im Web stellen selbst für erfahrene Beratende eine Herausforderung dar. Die Schulung von SafeZone.ch gibt ihnen die Möglichkeit, anhand von echten Beratungsbeispielen und im Austausch mit erfahrenen Mentoren Sicherheit zu gewinnen. Wie Fachpersonen geschult und motiviert werden, verrät Onlineberater Klaus Fieseler im Interview.

Evaluation ist – neben der Weiterbildung – ein zentraler Baustein der Qualitätssicherung von SafeZone.ch. Nachdem der Evaluationsbericht 2016 eine eher geringe Nutzung des Forums ergab, wird dieses als Frage-Antwort-Tool neu konzipiert. Interessierte können hier ohne vorangegangene Registrierung Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Thema Sucht lesen, aber auch eigene Fragen platzieren und Beiträge kommentieren. Die Antworten werden ebenfalls von speziell in Onlineberatung ausgebildeten Fachleuten verfasst. Mehr zu diesem anonymen und kostenlosen Angebot finden Sie in diesem Newsletter.

Unser nächster Newsletter im September wird sich schwerpunktmässig mit dem neuen Angebot und unseren Praxispartnern in der Romandie befassen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre – zum ersten Mal dreisprachig!

Alwin Bachmann, Lucia Galgano, Salomé Steinle
Projektleitung SafeZone.ch

Evaluation SafeZone.ch

Schulung zur Online-Beratung

Warum eine zusätzliche Schulung?

Die Onlineberatung auf SafeZone.ch erfolgt durch Suchtfachleute mit Ausbildung in Psychologie, Sozialarbeit, Sozialpädagogik o.ä., die zudem über jahrelange Erfahrung mit Suchtberatung im Direktkontakt verfügen. Wozu benötigen solche Fachleute eine zusätzliche Schulung? Es gibt verschiedene Gründe: Die schriftliche Onlineberatung ist eine eigene Beratungsform. Die Modalitäten der Beratung im Direktkontakt können nicht 1:1 auf andere Kommunikationskanäle wie E-Mail oder Chat übertragen werden. Die Onlineberatung weist Eigenheiten auf, die spezifische Kompetenzen erfordern. Damit ein gutes Qualitätsniveau bei der Onlinebetreuung gewährleistet ist, ist die Absolvierung der Schulung von Infodrog eine Voraussetzung für die Aufnahme in das Beratungsteam von SafeZone.ch. In zwei Tagen werden die theoretischen, spezifischen Grundlagen der Onlineberatung vermittelt, praktische Übungen mit anonymisierten Anfragen gemacht sowie der Umgang mit dem Programm zur Onlineberatung auf SafeZone.ch erlernt. Die Schulung erfolgt teilweise durch Mitarbeitende von Infodrog, hauptsächlich aber durch Fachpersonen für Onlineberatung, die ihr Wissen den neuen Mitgliedern des Onlineteams vermitteln können. Mehr zur Schulung lesen Sie im Interview mit Klaus Fieseler, Experte für Onlineberatung und Mentor für SafeZone.ch.

Einfuehrung SafeZone.ch, 2016-11-23

Betreuung über die zwei Schulungstage hinaus
Nach den beiden Schulungstagen wird die Ausbildung mit Hilfe eines Mentors weitergeführt. Dabei handelt es sich um eine Fachperson, die jahrelange Erfahrung mit der Onlineberatung hat. Die neuen Beratenden bearbeiten zunächst anonymisierte Anfragen aus dem Archiv von SafeZone.ch. Nach fünf Übungen und mit Einverständnis des Mentors können sie mit der Beantwortung von auf SafeZone.ch eingehenden Anfragen beginnen. Sie stellen ihre Antwort zuerst dem Mentor zu und ändern diese dann bei Bedarf aufgrund von dessen Kommentaren, bevor sie sie an den Nutzer oder die Nutzerin schicken. Bei Chats werden die Chat Logs (Chatprotokolle) an den Mentor weitergeleitet, der dann während fünf bis zehn Beratungen seine Kommentare abgibt. Der Mentor kann auch während der Gruppenchats anwesend sein, um die moderierenden Fachpersonen im Zweifelsfall zu unterstützen. Bei den Foren erfolgt das Mentorat in Form eines punktuellen, auf den Bedarf abgestimmten Coachings.

Kontinuierliches Lernen
Das Mentorat soll zur Gewährleistung einer guten Qualität der Onlineberatung beitragen und ist daher fester Bestandteil der Schulung von SafeZone.ch. Nach der Einführungsphase können die neuen Onlineberaterinnen und -berater ihre Tätigkeit ausüben, ohne Feedbacks beim Mentor einzuholen. Sie können jedoch jederzeit ihre Kolleginnen und Kollegen auf SafeZone.ch hinzuziehen, um Zweifel oder Schwierigkeiten auszuräumen sowie um sich über positive Erfahrungen auszutauschen. Auch finden regelmässig Intervisionsgruppen statt, an denen alle Beratenden teilnehmen. Dies ist über interne Gruppenchats, private Nachrichten oder interne Foren möglich. So können die vielfältigen Kompetenzen des SafeZone.ch-Teams optimal genutzt werden. Das vernetzte Arbeiten und die Möglichkeit zur Nutzung der Kompetenzen anderer Teammitglieder sind sehr wichtige Aspekte des Projekts, und die Schulung bietet den Beraterinnen und Beratern von SafeZone.ch auch die wertvolle Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen (und zwar nicht nur virtuell). Die Schulung für das neue französischsprachige Onlineteam fand am 3. und 10. Mai 2017 statt.

Das Interview

«Onlineberatung unterscheidet sich in einem Punkt ganz wesentlich von der Präsenzberatung in einer Beratungsstelle.»

Vier Fragen an Klaus Fieseler, Mentor von SafeZone.ch.

Zum Interview

SafeZone.ch-Videoclips

Forum

Vom Forum zum Frage-Antwort-Tool

Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der Pilotphase von SafeZone.ch war ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Der Evaluationsbericht stellte 2016 fest, dass die Aktivität im Forum auf der deutschsprachigen Seite relativ klein war. So sind während den beiden Jahren lediglich 202 Beiträge erstellt worden. Um diese Aktivitäten sowie die Teilnahme an den Chats zu erhöhen und die Inhalte für die registrierten Nutzerinnen und Nutzer attraktiver zu machen, wurde die Entwicklung entsprechender Massnahmen empfohlen. So wird das Forum neu als Frage-Antwort-Tool umgesetzt werden und damit den Bedürfnissen und dem Nutzungsverhalten der UserInnen besser entsprechen. Das Angebot steht ab Mitte Juli auf der deutschsprachigen Seite zur Verfügung.

Was ist neu?
Im Frage-Antwort-Tool finden UserInnen rasch Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Sucht. Zudem können sie selber Fragen stellen und kommentieren, wodurch der ursprüngliche Community-Gedanke erhalten bleibt. Fragen und Antworten werden chronologisch dargestellt. Als „Frage des Monats“ wird regelmässig ein spezifisches Thema aufgegriffen und auch auf anderen Kommunikationskanälen wie Facebook diskutiert.

Was ändert sich für die UserInnen?
Die UserInnen können nach wie vor ihre eigenen Anliegen platzieren. Aus der Erfahrung des Forums zeigt sich, dass der Bedarf an konkreten Antworten grösser ist als an Diskussion. Da die Fragen öffentlich einsehbar sind, können die UserInnen zugleich auf Antworten auf bereits bestehende Fragen zurückgreifen, ohne sich dafür registrieren zu müssen.

Weiterhin werden alle Antworten von den speziell in Onlineberatung ausgebildeten Fachleuten von SafeZone.ch verfasst. Die UserInnen müssen keine Personalien preisgeben – das Angebot ist anonym und kostenlos.

Forum

Agenda

Die nächsten Chats

16. Mai 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Betroffene mit einem Suchtthema

22. Mai 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen

25. Mai 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Betroffene mit einem Suchtthema

06. Juni 15 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen

08. Juni 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Betroffene mit einem Suchtthema

Alle Chats

Chats

Ihr SafeZone.ch-Team

Für weitere Informationen besuchen Sie
www.safezone.ch