Newsletter Nr. 04 | August 2016

Einleitung

Guten Tag!

Nach der erfolgreichen, zweijährigen Pilotphase gehört SafeZone.ch nun zum ständigen Angebot der Schweizer Suchthilfe. Die Evaluation der Pilotphase hat gezeigt, dass die gesetzten Ziele erreicht wurden und SafeZone.ch für die Nutzenden eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Suchthilfesystem bietet. Insbesondere auch die Angehörigen von Suchtbetroffenen schätzen das anonyme Angebot und den vereinfachten Zugang zu Hilfeleistungen. Sowohl die beteiligten Fachstellen als auch die Kantone als Projektpartner äusserten sich positiv und sind an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Aufgrund der guten Erfahrungen soll deshalb in einem nächsten Schritt auch ein französischsprachiges Angebot aufgebaut werden. Mehr zur Evaluation von SafeZone.ch erfahren Sie in diesem Newsletter.

Weiter stellen wir Ihnen das Projekt danno.ch vor, welches über SafeZone.ch italienischsprachige Beratungen anbietet und das Onlineportal auch in der Promotion unterstützt.

Wir wünschen Ihnen sonnige Spätsommertage und eine anregende Lektüre.

Alwin Bachmann, Lucia Galgano, Salomé Steinle
Projektleitung SafeZone.ch

danno.ch at Street-Parade 2016

Evaluation

Erkenntnisse aus der Evaluation

Im Zeitraum der Evaluation von April 2014 bis April 2016 wurde die Website SafeZone.ch über 100‘000 Mal besucht. Rund 2‘000 Personen haben sich in diesem Zeitraum neu registriert und knapp 700 Personen haben eine Mail-Beratung in Anspruch genommen, wobei insgesamt über 2‘300 Beratungskontakte zustande kamen. Das individuelle Beratungsangebot von SafeZone.ch wurde somit sehr gut genutzt. Die meisten Anfragen betrafen Alkohol und Cannabis. Angehörige haben etwas häufiger Rat gesucht als die Konsumierenden selbst. Sie machten über 50% der Anfragen aus.

Aktivitäten im Forum und Anzahl Chats erhöhen
Deutlich weniger genutzt als die Einzelberatung wurden die themenspezifischen Gruppenchats. Auch die Aktivität im Forum war mit rund 200 Beiträgen eher bescheiden. Dies wurde entsprechend auch in der Evaluation von Seiten der beteiligten Institutionen und der aussenstehenden Personen bemängelt. Die Evaluatoren empfehlen, eine Strategie zu entwickeln, um die Aktivität im Forum und die Teilnahme an Chats zu erhöhen.

Benutzerfreundliche Plattform
Die Befragten haben die Plattform durchwegs positiv bewertet und sind sehr zufrieden. Insbesondere die Benutzerfreundlichkeit der Plattform wird gelobt. Auch die Betreuungs- und Schulungsangebote sowie der technische Support von SafeZone.ch wird von den beratenden Fachpersonen als äusserst zufriedenstellend erlebt. Dies trägt massgeblich zur Qualitätssicherung bei.

Vernetzung ausweiten
Die Vernetzung der SafeZone.ch-Akteure mit weiteren Suchtexperten sowie den städtischen und kantonalen Institutionen wird begrüsst. Allerdings sehen die Befragten noch Optimierungsbedarf bei der Triage zu stationären und ambulanten Therapieangeboten. Ein weiterer Wunsch ist die Einbindung der Romandie, damit das Beratungsangebot flächendeckend ist und alle Landessprachen abdeckt.

Mehr Sichtbarkeit der Plattform
Verbesserungspotential sehen die Befragten bei der Sichtbarkeit von SafeZone.ch. Trotz der während der Pilotphase erfolgreich durchgeführten Online-Promotion ist SafeZone.ch beim Fachpublikum sowie der Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt. Vorgeschlagen wird eine effektvollere Platzierung der Kommunikationsmittel. Hierbei ist das Projekt auf die Unterstützung der Partner angewiesen. Diese können über Verlinkungen und Streuung im eigenen Netzwerk entscheidend dazu beitragen, SafeZone.ch sichtbarer zu machen.
SafeZone.ch stellt kostenlos Promotionsmaterialen zur Verfügung, zum Beispiel die drei im Frühsommer fertiggestellten Webspots.

Evaluation SafeZone.ch

Die Empfehlungen der Evaluatoren im Überblick:

  • Sichtbarkeit von SafeZone.ch erhöhen: effektvolle Platzierung und Verlinkung auf relevanten regionalen Websites und Auftritt über soziale Medien. Einbezug der Zielgruppe und Verbreitung über externe Personen mit grossem Netzwerk.
  • Französische Version lancieren: Nach Möglichkeit französischsprachige Kantone mit einbeziehen und Angebot in allen drei grossen Landessprachen anbieten.
  • Angebot für spezifische Zielgruppen diversifizieren (z. B. Bevölkerung mit Migrationshintergrund)
  • Aktivität im Forum erhöhen: Interessierte Personen zum Austausch im Forum motivieren.
  • Netzwerkarbeit erweitern: Aufrechterhalten der bestehenden kantonalen und regionalen Netzwerke und Einbindung weiterer interessierter Institutionen und Fachkräfte.
  • Qualitätssicherung beibehalten: Sie hat sich bewährt und dient der Professionalisierung des Angebots.

Evaluationsbericht lesen

Im Fokus: Beratungszentrum Basel

danno.ch @ Street-Parade 2016

Sommerzeit ist Festivalzeit! Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um das Projekt danno.ch von Radix Svizzera Italiana vorzustellen. Nebst ihrem Schwerpunkt der Schadensminderung an Partys sind sie auch bei SafeZone.ch als Beratende aktiv. Der folgende Bericht von danno.ch über die Street-Parade und insbesondere den Sonderzug von Chiasso nach Zürich veranschaulicht ihr Engagement.

danno.ch

Auf dem Weg nach Zürich
Chiasso, 13. August 2016, 8.52 Uhr: Pünktlich wie immer fährt der Zug nach Zürich ab. Der “Sound & Fun” ist jedoch kein Zug wie jeder andere… Man trifft auf Perücken, Schminke, Verkleidungen, Ghettoblaster und Stroboskopleuchten in den Disco-Waggons, die vom Personal von Rete Tre und der SBB für die Besucherinnen und Besucher der Street-Parade aus dem Tessin eingerichtet wurden. Dieser spezielle Zug bot die exklusive Gelegenheit, schon in den frühen Morgenstunden tanzend und feiernd nach Zürich zur Street-Parade zu reisen. Kurz nach Mittag kamen die Reisenden am Hauptbahnhof Zürich an, und ab dem frühen Nachmittag waren die 27 mit Lautsprechern ausgestatteten Love Mobiles in den Strassen von Zürich unterwegs. Über 900'000 Personen, die aus allen Winkeln der Schweiz und aus ganz Europa angereist waren, nahmen an der 25. Ausgabe der Street-Parade teil und feierten an einem der grössten Anlässe des Sommers für elektronische Musik. Wie bei vielen anderen Anlässen floss der Alkohol in Strömen, und manche konsumierten auch andere bewusstseinsverändernde Substanzen wie Cannabis, Ecstasy, Kokain, Amphetamin oder LSD.

Die Aktionen von danno.ch
Um auf die gesundheitlichen Risiken des Konsums von Alkohol und anderer psychoaktiver Substanzen aufmerksam zu machen, organisiert Radix Svizzera Italiana seit 2008 im Rahmen des Projekts danno.ch eine Informations- und Sensibilisierungsaktion im “Sound & Fun”-Zug. danno.ch ist ein Projekt zur Prävention und Schadensminderung, das sich an Konsumentinnen und Konsumenten bewusstseinsverändernder Substanzen, insbesondere im Freizeitsetting, richtet. Dabei verteilt das Projektteam, bestehend aus Mitarbeitenden von danno.ch sowie geschulten Peers, Informationen über die Substanzen im Umlauf, Schutzmaterial wie Ohrstöpsel, Präservative sowie "Safer Sniffing"-Kits zur Reduzierung von Infektionsrisiken beim gemeinsamen Schupfen von Pulvern. Diese Aktionen zur Schadensminderung ermöglichen nicht nur, die Betroffenen über die Gefahren zu informieren, sondern im Austausch mit ihnen auch mehr über ihre Konsumpraktiken zu erfahren, um individuelle Empfehlungen abzugeben oder frühzeitig zu intervenieren, wenn die Verhaltensweisen problematisch sind.

Promotion und Kooperation
Im Sonderzug hatte das Projektteam nicht nur Gelegenheit, auf die Gefahren in Zusammenhang mit der Hitze, der unberechenbaren Zusammensetzung illegaler Substanzen und der veränderlichen Dosierung der Wirkstoffe hinzuweisen, sondern auch Werbung für die verschiedenen Angebote von SafeZone.ch zu machen, um die Nutzung der Online-Beratung zu Fragen rund um die Themen Sucht und Konsum zu fördern. Während der Fahrt von Chiasso nach Zürich wurden Taschen von SafeZone.ch gefüllt mit Informations- und Präventionsmaterial abgegeben, die grossen Anklang fanden. Nach der Ankunft in Zürich schlossen sich die Mitarbeitenden von danno.ch den Kolleginnen und Kollegen von saferparty.ch an, die am Bürkliplatz einen Informationsstand mit einem mobilen Labor zur chemischen Stoffanalyse (Drug Checking) eingerichtet hatten. So konnten auch italienischsprachige Partygängerinnen und -gänger betreut werden, welche die Zusammensetzung der von ihnen konsumierten Substanzen in Erfahrung bringen und sich beraten lassen wollten.

Weitere Informationen

danno.ch at Street-Parade 2016

Agenda

Die nächsten Chats

26. Aug. 19.00 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen

06. Sep. 20.00 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

08. Sep. 15 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

04. Okt. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

06. Okt. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen

01. Nov. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

03. Nov. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

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