Newsletter Nr. 03 | April 2016

Einleitung

Guten Tag!

Das Online-Portal zu Suchtfragen SafeZone.ch hat sich bewährt: Im kommenden Sommer wird SafeZone.ch vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb übergehen. Der Bund, die beteiligten Kantone und Institutionen wollen gemeinsam weitermachen, bestärkt durch die Erfahrungen des Testbetriebs und die stetig steigende Nachfrage. Hier finden Sie Infografiken mit den neuesten Zahlen. Wie SafeZone.ch weiter optimiert werden kann, soll eine Evaluation zeigen, die zurzeit läuft.

Cannabis gehört in der Schweiz zu den beliebtesten psychoaktiven Substanzen und steht nach Alkohol und Tabak auf Platz 3. Mehr als 500'000 Menschen in der Schweiz kiffen, die meisten von ihnen ohne Probleme. Viel konsumierende sind Jugendliche und junge Erwachsene. Minderjährige Cannabiskonsumenten sind vermehrt gefährdet, da sie in ihrer persönlichen Entwicklung noch nicht gefestigt sind, also sehr verletzlich sind. Entsprechend oft suchen Betroffene, Eltern und Lehrpersonen Rat bei SafeZone.ch: Lesen Sie hier unseren Beitrag zu Cannabis und schauen Sie den Webspot dazu.

SafeZone.ch ist ein Pilotprojekt des Bundesamts für Gesundheit in Zusammenarbeit mit Kantonen, Suchtfachstellen und weiteren Partnern. In unserem heutigen Newsletter stellen wir Ihnen das Beratungszentrum der Suchthilfe Region Basel vor, welches Ratsuchende durch ein umfassendes Angebot unterstützt und einen Schwerpunkt in der Cannabisprävention und -Beratung hat.

Wir wünschen Ihnen frohe Frühlingstage und eine anregende Lektüre.

Alwin Bachmann, Lucia Galgano, Salomé Steinle
Projektleitung SafeZone.ch

SafeZone.ch in Zahlen

Cannabis

Cannabis ist weit verbreitet – und die meisten konsumieren diese Droge ohne Probleme

Cannabis gehört zu den ältesten Heil-, Kult- und Rauschmitteln der Menschheit. Obwohl seit fünf Jahrzehnten verboten, wird es in der Schweiz von vielen Menschen konsumiert. Mehr als 500'000 Personen konsumieren mindestens einmal jährlich. Für die allermeisten ist der Konsum von Cannabis ein Akt der Entspannung und sie geniessen die berauschende Wirkung. Aber Cannabis birgt auch Gefahren. Minderjährige Konsumentinnen und Konsumenten sind besonders gefährdet, da sie in ihrer persönlichen Entwicklung noch nicht gefestigt sind, also sehr verletzlich sind. Dies zeigen auch die häufigen Beratungsanfragen zu diesem Thema bei SafeZone.ch.

Verbreitung in der Schweiz
Cannabis ist in der Schweiz eine weit verbreitete Droge. Die meisten konsumieren nur gelegentlich und hören nach einer gewissen Zeit wieder ganz auf. Eine kleinere Gruppe konsumiert jedoch regelmässig, teilweise sogar täglich. Während Cannabis von 6,7% der Gesamtbevölkerung mindestens einmal im letzten Jahr konsumiert wurde, sind es bei den 15- bis 19-Jährigen 22%, wie die Zahlen des Schweizerischen Suchtmonitorings für das Jahr 2014 zeigen. Fast 8,8% der Jugendlichen kiffen monatlich oder häufiger. Sie sind gefährdet, problematische Konsummuster zu entwickeln, die sich negativ auf ihre psychische, körperliche und soziale Entwicklung auswirken. Es geht also darum, die Betroffenen rechtzeitig zu erkennen, zu beraten und zu unterstützen. SafeZone.ch als niedrigschwellige Beratungsplattform hat hier eine wichtige Aufgabe. Rund ein Drittel der Anfragen betreffend das Thema Cannabis: Eltern, Lehrpersonen und konsumierende Jugendliche selber informieren sich und fragen nach Rat.

Worin besteht das Risiko beim Kiffen?
Die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums hängen von der Häufigkeit und Gebrauchsdauer, der Dosierung, der Drogenqualität, dem Gesundheitszustand und der Veranlagung der konsumierenden Person ab. Langfristiger Konsum oder ein Konsumbeginn in jungen Jahren ist mit besonderen Risiken verbunden, kann zu psychischer Abhängigkeit und zu psychischen Problemen führen. In seltenen Fällen und wenn eine genetische Disposition vorliegt, kann auch eine Psychose auftreten. Man geht davon aus, dass mögliche Folgen wie Aufmerksamkeits-, Konzentrations-, Gedächtnis- und psychomotorische Störungen zu einer Verminderung der schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit und einem höheren Unfallrisiko führen. Das Rauchen belastet zudem Herz und Kreislauf und insbesondere die Atemwege stark, zumal Joints meist ohne Filter geraucht werden.

Gesellschaftlicher Wandel zeichnet sich ab
Für viele Fachleute und immer mehr politische Entscheidungsträger ist klar, dass die seit 50 Jahren betriebene Prohibition bei Cannabis gescheitert ist und sie begrüssen, dass nach neuen Wegen gesucht wird. Mehrere Schweizer Städte wollen demnächst wissenschaftlich begleitete Versuche starten, um zu testen, wie die Entkriminalisierung und Regulierung des Anbaus, Handels und Konsums von Cannabis in Zukunft ausgestaltet werden könnten. Bei der Regulierung des Cannabiskonsums geht es darum, die Konsumentinnen und Konsumenten aus der Illegalität herauszuholen und dadurch besser mit präventiven Botschaften zu erreichen. Beide Massnahmen verfolgen das Ziel, den Konsum und die damit verbundenen Probleme zu vermindern. Eine effektive Aufklärung über die Risiken von Cannabiskonsum ist eher möglich, wenn die Konsumierenden sich nicht wegen der Illegalität verstecken müssen. Welche neuen Modelle im Umgang mit Cannabis aus fachlicher Sicht erfolgversprechend und bei Politik und Bevölkerung mehrheitsfähig sind, werden die kommenden Jahre zeigen. Auf SafeZone.ch finden Ratsuchende auf jeden Fall Unterstützung von Fachleuten. Schauen sie dazu auch unseren neuen Webspot!

Im Fokus: Beratungszentrum Basel

Beratungszentrum der Suchthilfe Region Basel

In diesem Newsletter zum Thema Cannabis stellen wir Ihnen das Beratungszentrum der Suchthilfe Region Basel vor. Im Beratungszentrum finden Betroffene und ihr Umfeld Unterstützung in allen Lebenslagen durch ein umfassendes Angebot der Information, Beratung, Begleitung und administrativer Sachhilfe. Einer der Schwerpunkte des Zentrums liegt in der Cannabisprävention und -Beratung. Konsumierende, die ihren Cannabiskonsum reduzieren oder ganz aufhören möchten, können im Beratungszentrum u.a. am zehnwöchigen Programm „Realize It“ teilnehmen. Zudem bietet das Beratungszentrum für die Jugendanwaltschaft Cannabiskurse und Einzelberatungen an. Mehrere Mitarbeiter des Beratungszentrums Region Basel gehören zum virtuellen Beratungsteam von SafeZone.ch.

Weitere Informationen

Beratungszentrum - Suchthilfe Basel

Agenda

Die nächsten Chats

7. Apr. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

13. Apr. 15.30 Uhr:
Sprechstunde im Einzelchat

13. Apr. 16.15 Uhr:
Sprechstunde im Einzelchat

26. Apr. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

28. Apr. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

12. Mai 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

24. Mai 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

28. Mai 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

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Abschlussevent Ende Pilotphase

22. Juni 2016, 15.00 Uhr
Ort: Bundesamt für Gesundheit, Bern-Liebefeld

Chats

Ihr SafeZone.ch-Team

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www.safezone.ch