Newsletter Nr. 04 | August 2016

Einleitung

Guten Tag!

Nach der erfolgreichen, zweijährigen Pilotphase gehört SafeZone.ch nun zum ständigen Angebot der Schweizer Suchthilfe. Die Evaluation der Pilotphase hat gezeigt, dass die gesetzten Ziele erreicht wurden und SafeZone.ch für die Nutzenden eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Suchthilfesystem bietet. Insbesondere auch die Angehörigen von Suchtbetroffenen schätzen das anonyme Angebot und den vereinfachten Zugang zu Hilfeleistungen. Sowohl die beteiligten Fachstellen als auch die Kantone als Projektpartner äusserten sich positiv und sind an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Aufgrund der guten Erfahrungen soll deshalb in einem nächsten Schritt auch ein französischsprachiges Angebot aufgebaut werden. Mehr zur Evaluation von SafeZone.ch erfahren Sie in diesem Newsletter.

Weiter stellen wir Ihnen das Projekt danno.ch vor, welches über SafeZone.ch italienischsprachige Beratungen anbietet und das Onlineportal auch in der Promotion unterstützt.

Wir wünschen Ihnen sonnige Spätsommertage und eine anregende Lektüre.

Alwin Bachmann, Lucia Galgano, Salomé Steinle
Projektleitung SafeZone.ch

danno.ch at Street-Parade 2016

Evaluation

Erkenntnisse aus der Evaluation

Im Zeitraum der Evaluation von April 2014 bis April 2016 wurde die Website SafeZone.ch über 100‘000 Mal besucht. Rund 2‘000 Personen haben sich in diesem Zeitraum neu registriert und knapp 700 Personen haben eine Mail-Beratung in Anspruch genommen, wobei insgesamt über 2‘300 Beratungskontakte zustande kamen. Das individuelle Beratungsangebot von SafeZone.ch wurde somit sehr gut genutzt. Die meisten Anfragen betrafen Alkohol und Cannabis. Angehörige haben etwas häufiger Rat gesucht als die Konsumierenden selbst. Sie machten über 50% der Anfragen aus.

Aktivitäten im Forum und Anzahl Chats erhöhen
Deutlich weniger genutzt als die Einzelberatung wurden die themenspezifischen Gruppenchats. Auch die Aktivität im Forum war mit rund 200 Beiträgen eher bescheiden. Dies wurde entsprechend auch in der Evaluation von Seiten der beteiligten Institutionen und der aussenstehenden Personen bemängelt. Die Evaluatoren empfehlen, eine Strategie zu entwickeln, um die Aktivität im Forum und die Teilnahme an Chats zu erhöhen.

Benutzerfreundliche Plattform
Die Befragten haben die Plattform durchwegs positiv bewertet und sind sehr zufrieden. Insbesondere die Benutzerfreundlichkeit der Plattform wird gelobt. Auch die Betreuungs- und Schulungsangebote sowie der technische Support von SafeZone.ch wird von den beratenden Fachpersonen als äusserst zufriedenstellend erlebt. Dies trägt massgeblich zur Qualitätssicherung bei.

Vernetzung ausweiten
Die Vernetzung der SafeZone.ch-Akteure mit weiteren Suchtexperten sowie den städtischen und kantonalen Institutionen wird begrüsst. Allerdings sehen die Befragten noch Optimierungsbedarf bei der Triage zu stationären und ambulanten Therapieangeboten. Ein weiterer Wunsch ist die Einbindung der Romandie, damit das Beratungsangebot flächendeckend ist und alle Landessprachen abdeckt.

Mehr Sichtbarkeit der Plattform
Verbesserungspotential sehen die Befragten bei der Sichtbarkeit von SafeZone.ch. Trotz der während der Pilotphase erfolgreich durchgeführten Online-Promotion ist SafeZone.ch beim Fachpublikum sowie der Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt. Vorgeschlagen wird eine effektvollere Platzierung der Kommunikationsmittel. Hierbei ist das Projekt auf die Unterstützung der Partner angewiesen. Diese können über Verlinkungen und Streuung im eigenen Netzwerk entscheidend dazu beitragen, SafeZone.ch sichtbarer zu machen.
SafeZone.ch stellt kostenlos Promotionsmaterialen zur Verfügung, zum Beispiel die drei im Frühsommer fertiggestellten Webspots.

Evaluation SafeZone.ch

Die Empfehlungen der Evaluatoren im Überblick:

  • Sichtbarkeit von SafeZone.ch erhöhen: effektvolle Platzierung und Verlinkung auf relevanten regionalen Websites und Auftritt über soziale Medien. Einbezug der Zielgruppe und Verbreitung über externe Personen mit grossem Netzwerk.
  • Französische Version lancieren: Nach Möglichkeit französischsprachige Kantone mit einbeziehen und Angebot in allen drei grossen Landessprachen anbieten.
  • Angebot für spezifische Zielgruppen diversifizieren (z. B. Bevölkerung mit Migrationshintergrund)
  • Aktivität im Forum erhöhen: Interessierte Personen zum Austausch im Forum motivieren.
  • Netzwerkarbeit erweitern: Aufrechterhalten der bestehenden kantonalen und regionalen Netzwerke und Einbindung weiterer interessierter Institutionen und Fachkräfte.
  • Qualitätssicherung beibehalten: Sie hat sich bewährt und dient der Professionalisierung des Angebots.

Evaluationsbericht lesen

Im Fokus: Beratungszentrum Basel

danno.ch @ Street-Parade 2016

Sommerzeit ist Festivalzeit! Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um das Projekt danno.ch von Radix Svizzera Italiana vorzustellen. Nebst ihrem Schwerpunkt der Schadensminderung an Partys sind sie auch bei SafeZone.ch als Beratende aktiv. Der folgende Bericht von danno.ch über die Street-Parade und insbesondere den Sonderzug von Chiasso nach Zürich veranschaulicht ihr Engagement.

danno.ch

Auf dem Weg nach Zürich
Chiasso, 13. August 2016, 8.52 Uhr: Pünktlich wie immer fährt der Zug nach Zürich ab. Der “Sound & Fun” ist jedoch kein Zug wie jeder andere… Man trifft auf Perücken, Schminke, Verkleidungen, Ghettoblaster und Stroboskopleuchten in den Disco-Waggons, die vom Personal von Rete Tre und der SBB für die Besucherinnen und Besucher der Street-Parade aus dem Tessin eingerichtet wurden. Dieser spezielle Zug bot die exklusive Gelegenheit, schon in den frühen Morgenstunden tanzend und feiernd nach Zürich zur Street-Parade zu reisen. Kurz nach Mittag kamen die Reisenden am Hauptbahnhof Zürich an, und ab dem frühen Nachmittag waren die 27 mit Lautsprechern ausgestatteten Love Mobiles in den Strassen von Zürich unterwegs. Über 900'000 Personen, die aus allen Winkeln der Schweiz und aus ganz Europa angereist waren, nahmen an der 25. Ausgabe der Street-Parade teil und feierten an einem der grössten Anlässe des Sommers für elektronische Musik. Wie bei vielen anderen Anlässen floss der Alkohol in Strömen, und manche konsumierten auch andere bewusstseinsverändernde Substanzen wie Cannabis, Ecstasy, Kokain, Amphetamin oder LSD.

Die Aktionen von danno.ch
Um auf die gesundheitlichen Risiken des Konsums von Alkohol und anderer psychoaktiver Substanzen aufmerksam zu machen, organisiert Radix Svizzera Italiana seit 2008 im Rahmen des Projekts danno.ch eine Informations- und Sensibilisierungsaktion im “Sound & Fun”-Zug. danno.ch ist ein Projekt zur Prävention und Schadensminderung, das sich an Konsumentinnen und Konsumenten bewusstseinsverändernder Substanzen, insbesondere im Freizeitsetting, richtet. Dabei verteilt das Projektteam, bestehend aus Mitarbeitenden von danno.ch sowie geschulten Peers, Informationen über die Substanzen im Umlauf, Schutzmaterial wie Ohrstöpsel, Präservative sowie "Safer Sniffing"-Kits zur Reduzierung von Infektionsrisiken beim gemeinsamen Schupfen von Pulvern. Diese Aktionen zur Schadensminderung ermöglichen nicht nur, die Betroffenen über die Gefahren zu informieren, sondern im Austausch mit ihnen auch mehr über ihre Konsumpraktiken zu erfahren, um individuelle Empfehlungen abzugeben oder frühzeitig zu intervenieren, wenn die Verhaltensweisen problematisch sind.

Promotion und Kooperation
Im Sonderzug hatte das Projektteam nicht nur Gelegenheit, auf die Gefahren in Zusammenhang mit der Hitze, der unberechenbaren Zusammensetzung illegaler Substanzen und der veränderlichen Dosierung der Wirkstoffe hinzuweisen, sondern auch Werbung für die verschiedenen Angebote von SafeZone.ch zu machen, um die Nutzung der Online-Beratung zu Fragen rund um die Themen Sucht und Konsum zu fördern. Während der Fahrt von Chiasso nach Zürich wurden Taschen von SafeZone.ch gefüllt mit Informations- und Präventionsmaterial abgegeben, die grossen Anklang fanden. Nach der Ankunft in Zürich schlossen sich die Mitarbeitenden von danno.ch den Kolleginnen und Kollegen von saferparty.ch an, die am Bürkliplatz einen Informationsstand mit einem mobilen Labor zur chemischen Stoffanalyse (Drug Checking) eingerichtet hatten. So konnten auch italienischsprachige Partygängerinnen und -gänger betreut werden, welche die Zusammensetzung der von ihnen konsumierten Substanzen in Erfahrung bringen und sich beraten lassen wollten.

Weitere Informationen

danno.ch at Street-Parade 2016

Agenda

Die nächsten Chats

26. Aug. 19.00 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen

06. Sep. 20.00 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

08. Sep. 15 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

04. Okt. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

06. Okt. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen

01. Nov. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

03. Nov. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

Alle Chats
Alle Sprechstunden

Chats

Ihr SafeZone.ch-Team

Für weitere Informationen besuchen Sie
www.safezone.ch

Newsletter Nr. 03 | April 2016

Einleitung

Guten Tag!

Das Online-Portal zu Suchtfragen SafeZone.ch hat sich bewährt: Im kommenden Sommer wird SafeZone.ch vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb übergehen. Der Bund, die beteiligten Kantone und Institutionen wollen gemeinsam weitermachen, bestärkt durch die Erfahrungen des Testbetriebs und die stetig steigende Nachfrage. Hier finden Sie Infografiken mit den neuesten Zahlen. Wie SafeZone.ch weiter optimiert werden kann, soll eine Evaluation zeigen, die zurzeit läuft.

Cannabis gehört in der Schweiz zu den beliebtesten psychoaktiven Substanzen und steht nach Alkohol und Tabak auf Platz 3. Mehr als 500'000 Menschen in der Schweiz kiffen, die meisten von ihnen ohne Probleme. Viel konsumierende sind Jugendliche und junge Erwachsene. Minderjährige Cannabiskonsumenten sind vermehrt gefährdet, da sie in ihrer persönlichen Entwicklung noch nicht gefestigt sind, also sehr verletzlich sind. Entsprechend oft suchen Betroffene, Eltern und Lehrpersonen Rat bei SafeZone.ch: Lesen Sie hier unseren Beitrag zu Cannabis und schauen Sie den Webspot dazu.

SafeZone.ch ist ein Pilotprojekt des Bundesamts für Gesundheit in Zusammenarbeit mit Kantonen, Suchtfachstellen und weiteren Partnern. In unserem heutigen Newsletter stellen wir Ihnen das Beratungszentrum der Suchthilfe Region Basel vor, welches Ratsuchende durch ein umfassendes Angebot unterstützt und einen Schwerpunkt in der Cannabisprävention und -Beratung hat.

Wir wünschen Ihnen frohe Frühlingstage und eine anregende Lektüre.

Alwin Bachmann, Lucia Galgano, Salomé Steinle
Projektleitung SafeZone.ch

SafeZone.ch in Zahlen

Cannabis

Cannabis ist weit verbreitet – und die meisten konsumieren diese Droge ohne Probleme

Cannabis gehört zu den ältesten Heil-, Kult- und Rauschmitteln der Menschheit. Obwohl seit fünf Jahrzehnten verboten, wird es in der Schweiz von vielen Menschen konsumiert. Mehr als 500'000 Personen konsumieren mindestens einmal jährlich. Für die allermeisten ist der Konsum von Cannabis ein Akt der Entspannung und sie geniessen die berauschende Wirkung. Aber Cannabis birgt auch Gefahren. Minderjährige Konsumentinnen und Konsumenten sind besonders gefährdet, da sie in ihrer persönlichen Entwicklung noch nicht gefestigt sind, also sehr verletzlich sind. Dies zeigen auch die häufigen Beratungsanfragen zu diesem Thema bei SafeZone.ch.

Verbreitung in der Schweiz
Cannabis ist in der Schweiz eine weit verbreitete Droge. Die meisten konsumieren nur gelegentlich und hören nach einer gewissen Zeit wieder ganz auf. Eine kleinere Gruppe konsumiert jedoch regelmässig, teilweise sogar täglich. Während Cannabis von 6,7% der Gesamtbevölkerung mindestens einmal im letzten Jahr konsumiert wurde, sind es bei den 15- bis 19-Jährigen 22%, wie die Zahlen des Schweizerischen Suchtmonitorings für das Jahr 2014 zeigen. Fast 8,8% der Jugendlichen kiffen monatlich oder häufiger. Sie sind gefährdet, problematische Konsummuster zu entwickeln, die sich negativ auf ihre psychische, körperliche und soziale Entwicklung auswirken. Es geht also darum, die Betroffenen rechtzeitig zu erkennen, zu beraten und zu unterstützen. SafeZone.ch als niedrigschwellige Beratungsplattform hat hier eine wichtige Aufgabe. Rund ein Drittel der Anfragen betreffend das Thema Cannabis: Eltern, Lehrpersonen und konsumierende Jugendliche selber informieren sich und fragen nach Rat.

Worin besteht das Risiko beim Kiffen?
Die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums hängen von der Häufigkeit und Gebrauchsdauer, der Dosierung, der Drogenqualität, dem Gesundheitszustand und der Veranlagung der konsumierenden Person ab. Langfristiger Konsum oder ein Konsumbeginn in jungen Jahren ist mit besonderen Risiken verbunden, kann zu psychischer Abhängigkeit und zu psychischen Problemen führen. In seltenen Fällen und wenn eine genetische Disposition vorliegt, kann auch eine Psychose auftreten. Man geht davon aus, dass mögliche Folgen wie Aufmerksamkeits-, Konzentrations-, Gedächtnis- und psychomotorische Störungen zu einer Verminderung der schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit und einem höheren Unfallrisiko führen. Das Rauchen belastet zudem Herz und Kreislauf und insbesondere die Atemwege stark, zumal Joints meist ohne Filter geraucht werden.

Gesellschaftlicher Wandel zeichnet sich ab
Für viele Fachleute und immer mehr politische Entscheidungsträger ist klar, dass die seit 50 Jahren betriebene Prohibition bei Cannabis gescheitert ist und sie begrüssen, dass nach neuen Wegen gesucht wird. Mehrere Schweizer Städte wollen demnächst wissenschaftlich begleitete Versuche starten, um zu testen, wie die Entkriminalisierung und Regulierung des Anbaus, Handels und Konsums von Cannabis in Zukunft ausgestaltet werden könnten. Bei der Regulierung des Cannabiskonsums geht es darum, die Konsumentinnen und Konsumenten aus der Illegalität herauszuholen und dadurch besser mit präventiven Botschaften zu erreichen. Beide Massnahmen verfolgen das Ziel, den Konsum und die damit verbundenen Probleme zu vermindern. Eine effektive Aufklärung über die Risiken von Cannabiskonsum ist eher möglich, wenn die Konsumierenden sich nicht wegen der Illegalität verstecken müssen. Welche neuen Modelle im Umgang mit Cannabis aus fachlicher Sicht erfolgversprechend und bei Politik und Bevölkerung mehrheitsfähig sind, werden die kommenden Jahre zeigen. Auf SafeZone.ch finden Ratsuchende auf jeden Fall Unterstützung von Fachleuten. Schauen sie dazu auch unseren neuen Webspot!

Im Fokus: Beratungszentrum Basel

Beratungszentrum der Suchthilfe Region Basel

In diesem Newsletter zum Thema Cannabis stellen wir Ihnen das Beratungszentrum der Suchthilfe Region Basel vor. Im Beratungszentrum finden Betroffene und ihr Umfeld Unterstützung in allen Lebenslagen durch ein umfassendes Angebot der Information, Beratung, Begleitung und administrativer Sachhilfe. Einer der Schwerpunkte des Zentrums liegt in der Cannabisprävention und -Beratung. Konsumierende, die ihren Cannabiskonsum reduzieren oder ganz aufhören möchten, können im Beratungszentrum u.a. am zehnwöchigen Programm „Realize It“ teilnehmen. Zudem bietet das Beratungszentrum für die Jugendanwaltschaft Cannabiskurse und Einzelberatungen an. Mehrere Mitarbeiter des Beratungszentrums Region Basel gehören zum virtuellen Beratungsteam von SafeZone.ch.

Weitere Informationen

Beratungszentrum - Suchthilfe Basel

Agenda

Die nächsten Chats

7. Apr. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

13. Apr. 15.30 Uhr:
Sprechstunde im Einzelchat

13. Apr. 16.15 Uhr:
Sprechstunde im Einzelchat

26. Apr. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

28. Apr. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

12. Mai 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

24. Mai 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „illegale Drogen“

28. Mai 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen „Alkohol“

Alle Chats
Alle Sprechstunden

Abschlussevent Ende Pilotphase

22. Juni 2016, 15.00 Uhr
Ort: Bundesamt für Gesundheit, Bern-Liebefeld

Chats

Ihr SafeZone.ch-Team

Für weitere Informationen besuchen Sie
www.safezone.ch

Newsletter Nr. 02 | Dezember 2015

Einleitung

Guten Tag!

Die Festtage stehen vor der Türe. Hierzulande sind Weihnachten und Silvester eng verbunden mit dem Konsum von Alkohol. In einer zudem emotional belasteten Zeit können sich Alkoholprobleme akzentuieren. SafeZone.ch bietet Beratung und Hintergrundinfos für Betroffene und Angehörigen.

Wie eine Mailberatung konkret aussieht, schildert SafeZone-Katja-Scherrer (Nickname), eine von rund 10 Fachpersonen, welche über SafeZone.ch persönliche Anfragen beantworten. «Für viele ist Mailberatung ein allererster Versuch, sich Hilfe zu holen» weiss sie, «mal auszuprobieren, wie es ist, wenn man sich jemandem anvertraut.»

SafeZone.ch ist ein Pilotprojekt des Bundesamts für Gesundheit in Zusammenarbeit mit Kantonen, Suchtfachstellen und weiteren Partnern. In unserem heutigen Newsletter stellen wir Ihnen eine auf die Beratung von Alkoholproblemen spezialisierte Institution aus dem Tessin vor: Ingrado – Servizi per le dipendenze.

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und eine anregende Lektüre!

Alwin Bachmann, Lucia Galgano, Salomé Steinle
Projektleitung SafeZone.ch

Alkohol an Festtagen

Willkommener Begleiter mit gewissen Tücken

Die Festtage bringen vielen Menschen heiteres Zusammensein mit Angehörigen und Nahestehenden, Firmenfeiern und Silvesterpartys. Eng damit verbunden ist der Konsum von Alkohol, wobei negative Auswirkungen hervortreten können. Es steht nicht nur die eigene Gesundheit des Trinkenden auf dem Spiel: Oft sind Kinder, Angehörige oder andere Verkehrsteilnehmer die Opfer übermässigen Alkoholkonsums. Damit die Festfreude nicht in den Promille untergeht oder bei einem Autounfall jäh endet, gibt es vorbeugende Tipps und Beratung von Fachleuten. Zum Beispiel online auf SafeZone.ch.

Alle Jahre wieder
Die Weihnachtszeit bietet unzählige Gelegenheiten zum Trinken. Einerseits die üblichen Rituale wie das Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt, der gute Tropfen zum Festessen oder das in Strömen fliessende Bier an der Betriebsweihnacht. Zum anderen gibt’s jetzt reichlich Grund zum «Frustsaufen»: Die stressige Suche nach den richtigen Geschenken, die vollgestopften Strassen und die angespannte Stimmung in Partnerschaften und Familien. Alkohol enthemmt. Entsprechend oft ist er bei häuslicher Gewalt mit im Spiel, aber auch bei Gewalt und Vandalismus im öffentlichen Raum.

Vorbild für Kinder
Während die Erwachsenen gerne mit einem Gläschen anstossen, kann es für Kinder unangenehm sein, wenn die eigenen Eltern angetrunken sind. Sie merken, dass die Erwachsenen seltsam riechen, und spüren, dass sie sich anders benehmen. Hier müssen Erwachsene ihre besondere Verantwortung ebenso wahrnehmen wie beim Umgang mit alkoholischen Getränken in der Reichweite von Kindern. Manche Kinder sind neugierig und möchten wissen, wie die prickelnde Substanz im Glas der Grossen schmeckt. Aber Alkohol wirkt bei Kindern und Jugendlichen aufgrund des geringeren Körpergewichts viel stärker als bei Erwachsenen. Nach einem Glas Bier, Wein oder Schnaps hat ein 30 Kilogramm schweres Kind bereits eine Blutalkoholkonzentration von über 0,5 Promille.

Alkohol und Strassenverkehr
Der höhere Alkoholkonsum an den Feiertagen schlägt sich auch in der Unfallstatistik nieder: Der Anteil der Alkoholunfälle am gesamten Unfallgeschehen ist laut der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung an Weihnachten und Neujahr besonders hoch. Im Durchschnitt der letzten Jahre ist am 25. Dezember ein Viertel aller Unfälle dem Alkohol zuzuschreiben. Am 1. Januar ist es gar ein Drittel. Am einfachsten und sichersten für alle ist, bei den alkoholfreien Getränken zu bleiben. Wer nicht ganz verzichten mag, sollte es bei maximal einem Glas Alkohol bewenden lassen.

Auf Schweizer Strassen gilt der Blutalkoholgrenzwert von 0,5-Promille, für Neulenkende von 0,1-Promille. Der Blutalkoholwert wird um durchschnittlich 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde abgebaut. Ist der Alkohol einmal im Blut, kann nichts die Promille schneller senken – weder Kaffee, Essen noch Medikamente. Wer sich für den Alkoholkonsum entscheidet, organisiert sich besser eine Übernachtungsmöglichkeit oder eine Mitfahrgelegenheit für die Heimfahrt, oder benutzt den öffentlichen Verkehr.

Massvolles Feiern
Wer an Weihnachten oder Silvester nicht auf Alkohol verzichten will, kann mit ein paar Faustregeln die Risiken tief halten: Wer massvoll und langsam trinkt, lässt dem Körper Zeit, den Alkohol abzubauen. Viel Wasser zu trinken schützt vor Dehydrierung. Wenn der Kater am nächsten Morgen trotzdem kräftig schnurrt kann Vitamin B1 aus Vollkornbrot oder Nüssen und Bouillon zur Ergänzung des entzogenen Kaliums etwas helfen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Übelkeit zu lindern. Besser ist es ohnehin, sich keine Alkoholvergiftung zuzufügen – denn genau darum handelt es sich bei einem starken Rausch!

Beratung bei SafeZone.ch – auch für Angehörige
Wie viel ist zu viel? Informationen zum Thema Alkohol findet man auf www.safezone.ch/alkohol.html. Dort wird beschrieben, welche Wirkungen und Nebenwirkungen Alkohol erzeugt, welche Langzeitfolgen der Konsum für Männer, Frauen und ungeborene Kinder mit sich bringt. Für den Austausch stehen Foren und Chats zur Verfügung und via Mailberatung können persönliche Fragen und Anliegen von Betroffenen und Angehörigen an eine Fachperson gerichtet werden, die innert 72 Stunden darauf antwortet.

Das kostenlose professionelle Online-Beratungsportal SafeZone.ch bietet auch Angehörigen Beratung an. Von einem problematischen Alkoholkonsum sind ja nicht nur die Konsumierenden selber betroffen, sondern auch die Menschen in ihrem Umfeld. In der Schweiz kennt jede dritte Person jemanden mit Alkoholproblemen, wie das Suchtmonitoring Schweiz aufzeigt. Nahestehende von Alkoholkranken sehen sich oft mit vielen Fragen konfrontiert, wollen helfen, empfinden die Situation als belastend und beanspruchen teilweise selber professionelle Hilfe.

Alkohol

Das Interview

«Ich bin immer wieder überrascht, wie schnell und direkt User auch sehr persönliche Dinge offen legen.»

Fünf Fragen an SafeZone-Katja-Scherrer (Nickname), Mailberaterin von SafeZone.ch

Zum Interview

Chats

Vorstellung Berner Gesundheit

Ingrado – Fachstelle für Suchtprobleme

In diesem Newsletter mit Fokus „Alkoholkonsum während der Festtage“ stellen wir Ihnen die Suchtfachstelle Ingrado vor. Ingrado ist eine auf die Beratung und Behandlung von Alkoholproblemen, anderen substanzgebundenen Süchten und Verhaltenssüchten spezialisierte Tessiner Einrichtung. Das Angebot von Ingrado, welches von einem multidisziplinären Team geleistet wird, umfasst mehrere ambulante Alkoholberatungsstellen, Tagesstrukturen und ein stationäres Angebot im Alkoholbereich. Bei den illegalen psychoaktiven Substanzen verfügt Ingrado über ein Kompetenzzentrum, mehrere Beratungs- und Hilfsangebote, ein Tageszentrum und eine Einheit für aufsuchende Sozialarbeit. Mehrere Mitarbeitende gehören zum virtuellen Beratungsteam von SafeZone.ch.

Weitere Informationen

ingrado | Servizi per le dipendenze

Agenda

Die nächsten Chats

29. Dez. 19.15 Uhr:
Festtage, ein Raum für Leichtigkeit und humorvolle Begegnung - wie wäre es einmal frei von Alkohol?

5. Jan. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen: „illegale Drogen“

7. Jan. 19 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen: „Alkohol“

26. Jan. 20 Uhr:
Selbsthilfechat für Angehörige. Thema frei

28. Jan. 20 Uhr:
Selbsthilfechat für Angehörige. Thema frei

2. Feb. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen: „illegale Drogen“

4. Feb. 20 Uhr:
Moderierter Selbsthilfechat für Angehörige, Freunde und ArbeitskollegInnen von Suchtbetroffenen: „Alkohol“

Alle Chats

Chats

Ihr SafeZone.ch-Team

Für weitere Informationen besuchen Sie
www.safezone.ch

Newsletter Nr. 01 | August 2015

Einleitung

Guten Tag!

Seit 2014 steht mit SafeZone.ch ein kostenloses professionelles Online-Beratungsportal für alle Suchtfragen zur Verfügung. Heute informieren wir Sie zum ersten Mal mit einem Newsletter über Aktuelles, Hintergründe und Entwicklungen. In Zukunft wird dieser Newsletter rund dreimal jährlich verschickt.

In der ersten Ausgabe stellen wir Ihnen vor, was und wer hinter SafeZone.ch steckt. In jedem Newsletter wird dann eine weitere der Institutionen vorgestellt, die ihr Know-how und ihre Fachpersonen für SafeZone.ch zur Verfügung stellen. Den Anfang macht heute die Stiftung Berner Gesundheit.

Wie und von wem das Angebot von SafeZone.ch genutzt wird, zeigt uns die erste Inhaltsanalyse der Beratungsanfragen. Wir haben für Sie die wichtigsten Resultate zusammengefasst.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Alwin Bachmann, Lucia Galgano, Salomé Steinle
Projektleitung SafeZone.ch

Über uns

SafeZone.ch – ein niederschwelliges Online-Beratungsangebot für Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige

Die Hürde zum Aufsuchen einer ambulanten Beratungsstelle kann für Betroffene oder Angehörige sehr hoch sein, insbesondere bei Tabuthemen wie Substanzkonsum und Abhängigkeit. SafeZone.ch, ein Pilotprojekt des Bundesamts für Gesundheit in Zusammenarbeit mit Kantonen, Suchtfachstellen und weiteren Partnern, will die neuen Möglichkeiten nutzen, welche das Internet für die Suchtberatung eröffnet.

Angst vor Stigmatisierung, Unbehagen im persönlichen Kontakt oder unpassende Öffnungszeiten: Für viele Ratsuchende ist die Schwelle zu einer Beratungsstelle zu hoch. Mit SafeZone.ch steht seit 2014 ein kostenloses professionelles Online-Beratungsportal in Deutsch und Italienisch zur Verfügung, eine französische Version von SafeZone.ch soll folgen. Fachpersonen geben online Antworten auf individuelle Fragen zum Thema Sucht und zum Substanzkonsum – via Forum, Chat und Mailberatung. Zudem bietet das Portal einen ausführlichen Informationsteil sowie Links zu Selbsttests an. SafeZone.ch richtet sich vor allem an junge Erwachsene mit Suchtproblemen oder -fragen sowie an deren Angehörige und an Fachleute, die sich über das Portal austauschen können. Das Angebot wird im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit von Infodrog in Zusammenarbeit mit Suchthilfe-Institutionen bereitgestellt.

Niedrigschwelliger Zugang zu Suchtberatung
Hauptziel des Pilotprojekts SafeZone.ch ist der Aufbau eines leicht zugänglichen Onlineportals, welches ein thematisch breit ausgerichtetes Suchtberatungsangebot umfasst und gleichermassen Betroffene und Angehörige anspricht. Ratsuchende sollen die Möglichkeit erhalten, aus verschiedenen E-Beratungsformen die passende zu wählen und dabei ihre Anonymität zu wahren. Personen mit ähnlichen Problemen können sich austauschen und Randregionen erhalten Zugang zur Online-Suchthilfe. Die Ausweitung von professionellen Suchthilfeangeboten ins Internet führt somit zu einer Verbesserung des Zugangs zum Suchthilfesystem, und zwar nicht nur im virtuellen Raum: Ein positiv erlebter Erstkontakt im Netz beeinflusst die Haltung der Ratsuchenden gegenüber den Suchthilfeinstitutionen auch in der realen Welt.

Vernetzung und Knowhow-Transfer
Ein wichtiges Ziel von SafeZone.ch ist es, die internetgestützten Kommunikationsformen für die Vernetzung und den Know-how-Transfer zwischen Suchtfachleuten zu nutzen. Mit SafeZone.ch soll keine neue Konkurrenz geschaffen werden, vielmehr geht es um die Nutzung von bereits vorhandenen Kompetenzen und das Schaffen von Synergien. Bestehende Angebote können von der Vernetzung und Zusammenarbeit profitieren, indem sie auf die Kompetenz eines grösseren Teams von Expertinnen und Experten und auf schnelleren Informationsaustausch zurückgreifen können.
Die Beratungen auf Safe Zone werden zurzeit von 40 Mitarbeitenden aus den beteiligten Fachstellen aus der Deutschschweiz und dem Tessin geleistet. Alle verfügen über eine Zusatzqualifikation in internetbasierter Beratung. Und Onlineberatung überwindet geografische Grenzen: Die Zuteilung der Klientinnen und Klienten erfolgt nicht mehr nach regionalen Kriterien, sondern anhand der Fragestellung der Ratsuchenden und der Kompetenzen der Beraterinnen und Berater.

Über uns

Analysen

Mailberatungen – was bewegt die Ratsuchenden?

Eine Analyse der Mailberatungen auf SafeZone.ch zeigt: diese Beratungsform wird seit Start des Pilotprojektes am häufigsten genutzt. Fast die Hälfte der Anfragen stammt von Angehörigen, welche aufgrund des belastenden Konsums des Partners, der Partnerin oder der Kinder auf der Suche nach Lösungen sind. Die meisten Anfragen betreffen Alkohol oder Cannabis, jedoch spielen auch andere illegale Drogen, Medikamente und Verhaltenssüchte eine bedeutende Rolle.

SafeZone.ch bietet Ratsuchenden eine anonyme und persönliche Online-Suchtberatung über ein gesichertes Mailsystem. Die Mailberatung umfasst die Möglichkeit, gemeinsam mit einer Fachperson über mehrere Kontakte hinweg Problemsituation zu reflektieren sowie Ziele und Lösungen zu erarbeiten. Sie ist somit nicht primär auf eine Informationsvermittlung und Triage ausgerichtet, sondern bietet eine professionelle Einzelberatung und Begleitung in einem geschützten Rahmen.

Die Nutzung der Online-Beratung auf SafeZone.ch erhöhte sich in den ersten Monaten nach Launch der Website im April 2014 langsam, aber stetig. Bislang haben sich 901 Personen auf dem neuen Beratungsportal registriert. Eine Bilanz nach rund einem Jahr zeigt: Die mit Abstand am meisten beanspruchte Beratungsform ist die Mailberatung mit bislang 956 Beratungskontakten in 246 Mailberatungen. Die Anzahl der Beratungskontakte pro Beratung reicht von einem Kontakt (d. h. eine Frage einer ratsuchenden Person und eine Antwort einer Fachperson) bis zu über 20 Kontakten. Im Durchschnitt fanden 7 Beratungskontakte statt. Eine deutliche Mehrheit der Anfragen stammt von erwachsenen Personen – nur insgesamt 13 Jugendliche unter 18 Jahren nutzten die Mailberatung. Rund zwei Drittel der Anfragen stammen von weiblichen Personen. Die meisten der Personen, welche die Mailberatung nutzten, sind zwischen 20 und 54 Jahren alt. Am häufigsten vertreten war die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, gefolgt von den 35- bis 44-Jährigen und den 45- bis 54-Jährigen.

Die Mehrheit der Anfragen (49.5%) stammt von Angehörigen von Personen mit Substanzkonsum oder Suchtproblemen, wobei es sich zumeist um Alkohol (48,4%), Cannabis (45,2%) und Kokain handelte (10,8%). Zu den häufigsten Problemsituationen gehören Beziehungsprobleme, da der Partner / die Partnerin trinkt oder kifft oder ein anderes Suchtproblem aufweist (19,9%). Relativ häufig sind auch Anfragen von besorgten Eltern, weil ihr Kind illegale Drogen (zumeist Cannabis) konsumiert oder zu viel Zeit mit Computerspielen oder im Internet verbringt (7,4%). 43,5% der Anfragen betrafen ein eigenes Suchtproblem oder Fragen zum eigenen Konsum. Bei den Direktbetroffenen standen Probleme mit Alkohol an oberster Stelle (36,8%), gefolgt von Cannabis (20,0%), Medikamenten (17,9%), Kokain (11,6%) und Partydrogen (Amphetamine und Ecstasy je 10,5%).

Das thematische Spektrum der Mailanfragen war sehr breit. Neben vielen unterschiedlichen psychoaktiven Substanzen wurden in rund jeder zehnten Anfrage Verhaltenssüchte thematisiert (z. B. Internet- und Computerspielabhängigkeit; Porno- / Sexsucht, Kaufsucht, Pathologisches Spielen). 81,5% aller Anfragen beinhalteten konkrete Beratungsanliegen, z. B. «Wie kann ich dem Partner helfen?»; «Wie muss ich mit seinem Konsum umgehen?»; «Wie kann ich meinen eigenen Konsum reduzieren?»; «Ich brauche Hilfe, weil ich merke, dass ich viel trinke und meine Familie ruiniere»; «Was kann man gegen das Verlangen zu konsumieren tun»? Bei fast jeder fünften Anfrage wurde von Mischkonsum berichtet; bei rund jeder dritten waren Rückfälle ein Thema. Die Ratsuchenden schätzen nicht nur die Unterstützung bei der Lösungssuche und die Antworten auf ihre Fragen; für viele ist es zentral, in der Beratung Empathie zu erfahren und das Problem mit jemandem teilen zu können.

Rund ein Viertel nutzte die Mailberatung, um Informationen zu Substanzen und Sucht zu erhalten. Darunter finden sich teils sehr spezifische Sachfragen (z. B. ob es Drogen gibt, die über Berührung aufgenommen werden können; Suche nach Informationen über den Stand der Forschung zum kontrollierten Trinken). Rund ein Fünftel war auf der Suche nach weiterführenden Hilfsangeboten.

Die Zahlen stammen aus einer Inhaltsanalyse von 216 anonymisierten Mailberatungen aus dem Zeitraum 7. April 2014 bis Juli 2015. Detaillierte Infos werden im nächsten Zwischenbericht des Pilotprojektes im Herbst 2015 publiziert.

Mailberatung

Vorstellung Berner Gesundheit

Berner Gesundheit

Im Beratungsteam von SafeZone.ch wirken aktuell 23 Institutionen mit. Die Stiftung Berner Gesundheit ist seit Beginn des Pilotprojektes mit dabei und hat wichtige Impulse für die Idee eines Online-Suchtportals gegeben. Sie setzt sich für eine wirkungsvolle Suchtberatung und Gesundheitsförderung im Kanton Bern ein. Auf SafeZone.ch sind Mitarbeitende der Berner Gesundheit in allen Beratungsformen tätig. Zudem bietet die Berner Gesundheit Online-Selbsttests zu Alkohol und Tabak an.

Weitere Informationen

Berner Gesundheit | Stiftung für Gesundheitsförderung und Suchtfragen

Agenda

An diesem Wochenende findet die Street Parade 2015 statt. Dazu bieten wir mehrere Chats an:

25. Aug. 17 Uhr:
Vor der Street Parade – Fragen und Antworten zu Partydrogen

25. Aug. 20 Uhr:
Vor der Street Parade – Selbsthilfechat für Eltern

1. Sept. 16 Uhr:
Nach der Street Parade - Fragen und Antworten zu den Folgen des Konsums

1. Sept. 19 Uhr:
Nach der Street Parade – Selbsthilfechat für Eltern

Alle Chats

Chats

Ihr SafeZone.ch-Team

Für weitere Informationen besuchen Sie
www.safezone.ch