Ich kiffe schon seit einigen Jahren. Nun habe ich endlich entschieden ganz damit aufzuhören, weil ich es nicht schaffe zu reduzieren. Meine Fragen sind: 1. Wie lange geht es ungefähr bis meine höllischen Kopfschmerzen und Übelkeit weggehen? 2. Wie lange geht es bis meine schlimmen Alpträume/wirren Träume weggehen? ps. diese sind besonders schwer zu ertragen ich wache mehrmals in der Nacht mit hohem Puls auf weil ich etwas geträumt habe. 3. Wie lange geht es bis ich es möglicherweise schaffen würde einen normalen Konsum zu schaffen? Oder ist ein weiterer Konsum nicht empfehlenswert, wenn schon einmal eine Sucht bestanden hat? 4. Was kann ich machen, wenn ich nicht kiffe. (ich bin hobbylos und ohne das kiffen fühlt es sich so unerfüllt an also mir fehlen Beschäftigungen oder Ideen zu Beschäftigungen)-> Beschäftigungen, welche ich vor dem kiffen hatte, kann ich mir nicht mehr vorstellen.

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Nachdem Sie nun einige Jahre Cannabis konsumiert haben, sind Sie zu der Entscheidung gekommen den Konsum vorerst komplett einzustellen, da Sie es momentan nicht schaffen reduziert zu konsumieren. Scheinbar haben Sie dieses Vorhaben auch schon in die Tat umgesetzt. Gratulation! Allerdings treten bei Ihnen seither Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und schlimme Alpträume auf.

Meine Erfahrungen aus der Drogenberatung ebenso wie Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass auch bei Cannabiskonsumierenden - besonders bei denen, die lange Zeit täglich gekifft haben - Entzugssymptome auftreten können, wenn sie ihren Konsum einstellen. Entzugssymptome sind Anzeichen für eine körperliche Abhängigkeit. Diese Symptome treten meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum auf und dauern in der Regel bis zu einer Woche an, in Ausnahmefällen aber auch länger.

Die von Ihnen genannten Symptome sind typisch für den «Entzug» von Cannabis. Auch das mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Die Symptome sind ein Zeichen dafür, dass der Organismus daran gewöhnt war, Cannabis regelmäßig zu verarbeiten und jetzt damit beschäftigt ist, sich umzustellen. Sollten Sie Ihre Symptome aber als sehr bedrohlich wahrnehmen, dann scheuen Sie sich nicht davor zu einem Arzt oder einer Ärztin zu gehen, um dies professionell abklären zu lassen.

Ihre dritte Frage unterliegt einigen persönlichen Variablen (wie z.B. Selbstkontrolle, Durchhaltevermögen), weswegen darauf keine pauschale Antwort zu liefern ist. Da Sie aber gerade selbst festgestellt haben, dass für Sie vorerst nur eine komplette Abstinenz in Frage kommt, empfehle ich Ihnen vorerst auch dieses Ziel zu verfolgen. Wichtig ist, dass Sie dieses Ziel umsetzten und die Abstinenz erstmal festigen bevor Sie überlegen, ein kontrolliertes Konsummuster anzustreben. Denn Jeder Konsum birgt in sich das Risiko, wieder in das alte Konsummuster zurückzufallen.

Mehr zu kontrolliertem Konsum finden Sie hier:

https://www.infodrog.ch/de/wissen/praeventionslexikon/kontrollierter-konsum.html#:~:text=Ein%20kontrollierter%20Konsum%20psychoaktiver%20Substanzen,disziplinierten%2C%20geplanten%20und%20limitierten%20Substanzgebrauch

Ihre letzte Frage zielt darauf ab, wie Sie sich beschäftigen können, wenn Sie nicht kiffen. Alternative Aktivitäten sollten möglichst viel Aufmerksamkeit erfordern, um sich davon abzulenken, an das Kiffen zu denken. Sport ist besonders gut geeignet. Wer sich tagsüber sportlich betätigt, ist ausgeglichener und kann abends besser einschlafen. Die Wirksamkeit von Sport im Entzug ist sogar wissenschaftlich belegt. Es gibt aber auch weniger schweißtreibende Aktivitäten, die geeignet sind, vom Kiffen abzulenken. Ebenso gilt es alternative Strategien zum Stressabbau oder zum Entspannen zu finden. Hobbies und alternative Aktivitäten müssen Ihnen aber liegen, damit Sie diese auch längerfristig umsetzten. Nehmen Sie sich doch zwischendurch Mal ein bisschen Zeit, um im Internet zu recherchieren, was für Sie in Frage kommen könnte? Ihrer Fantasie für neue Hobbies muss dabei keine Grenzen gesetzt werden.

Vergessen Sie aber nicht, dass auch das Umsetzten von alternativen Aktivitäten oder neuen Hobbies, Disziplin und Motivation benötigen – vor allem am Anfang.

Vielleicht ist auch eine fortgesetzte Online-Beratung über die SafeZone Plattform geeignet, um Ihre Anliegen ausführlicher zu besprechen? Falls Sie sich dies vorstellen können, lade ich Sie gerne dazu ein, uns zu schreiben:

https://www.safezone.ch/de/beratung


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