Ich würde gerne wissen, welche Möglichkeiten der Selbsttherapie es bei Mediensucht oder starker Abhängigkeit gibt, wenn man keine autoritäre Person hat, die den Konsum einschränken kann. Ein "kalter Entzug" von heute auf morgen habe ich in letzter Zeit häufig probiert, allerdings hat dieser nie länger als eine Woche maximal gehalten. Oder ist die Selbsttherapie der falsche Ansatz und ich sollte zu einem Arzt/Therapeut?

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Sie wollen Ihr persönliches Verhalten im Umgang mit Medien verändern und schaffen dies für ein paar Tage. Ihre gewählte Methode ist eventuell etwas radikal und zielt auf eine Totalabstinenz. Ein Leben ohne Medien ist sicher möglich, stelle ich mir jedoch schwierig vor. Im Umgang mit Medien könnte ein verantwortungsvoller Umgang womöglich zielführender sein.

Der Begriff Medienkompetenz kann da einem weiterhelfen und Sie finden zu diesem Thema etliche Informationen und auch Tipps zum Umgang mit Medien. Einen konstruktiven Umgang mit Medien zu finden ist eine grosse Herausforderung und stellt uns alle vor Fragen, die wir erst beantworten müssen. Darum versuchen wir bereits in den Schulen einen möglichen Umgang mit den Medien zu vermitteln. Den einen und richtigen Weg gibt es leider nicht. Die Entwicklung der Medienlandschaft ist so rasant, dass ganze Staatenverbunde, wie zum Beispiel die EU, die Entwicklungen der Bildschirmmedien beobachten, regulieren, kontrollieren und auch sanktionieren, auch zum Schutz der Bevölkerung. Ein grosses und wichtiges Thema.

Wenn ein Verhalten jedoch problematisch wird, kann es sehr hilfreich sein, sich mit einer Fachperson zum Thema auszutauschen. Dann könnte eine persönliche Beratung hier ein erster Schritt sein: https://www.safezone.ch/de/beratung, oder auch vor Ort: https://suchtindex.infodrog.ch/de.

Sie schreiben, dass eine aussenstehende Person den Konsum einschränken sollte. Wir sehen den Menschen als freien Bürger, der sich selber regulieren darf/sollte. Wenn jemand von aussen so direkt ein Verhalten beeinflussen sollte, dann wäre das wohl schon eher ein Eingriff in die eigene Persönlichkeit. Positiv formuliert möchten wir, dass die Selbstregulation es einem Menschen ermöglicht, ein möglichst gutes Leben führen zu können. Vielleicht meinen Sie diese innere Autorität eines Menschen? Der je nach situativem Kontext oder kritischem Lebensereignis ein angemessenen Copingverhalten zeigt? Das kann an einem verregneten Sonntagnachmittag durchaus ein Film sein. Den Film zu schauen, anstatt für eine wichtige Prüfung zu lernen, wäre dann eher ungünstig. Aber gar keine Filme mehr zu schauen, wäre auch schade.

Hoffentlich können Sie mit ihrer Motivation und unseren Gedanken einen weiteren Schritt vorwärts gehen?


Fragen von Betroffenen

Ich kiffe viel zu viel, das seh ich ein. Ich feier Gras als Konsumgzt trotzdem total und verteufel nur meinen fehlgeschlagenen Konsum. Also meine Frage, glaubt ihr es ist für einen möglich langfristig "einfach weniger zu kiffen" und so das Ganze wieder in Griff zu kriegen?

Wir konsumieren mind. 1x in der Woche Kokain. Im Verlauf von ca. 3 Jahren wurde auch die Dosis erhöht. Auslöser für die Lust danach ist immer Alkohol. Wir brauchen Hilfe, bevor wir mehr verlieren als Geld. Aber wo? Und wie? Und wie bringe ich meine Partnerin dazu, mitzumachen?

Hilfe, ich bin Kokain süchtig. Ich habe Angst, dass ich nicht aufhören kann bevor es zu spät wird…

Möchten Sie jemanden, dem Sie sich anvertrauen können oder der Sie berät?

Wir sind in einer anonymen Online-Beratung für Sie da.