Wie gehe ich mit einem Canabissüchtigen um

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Da die Frage sehr allgemein gestellt ist und keine näheren Informationen beinhaltet, kann ich Ihnen nur einige grundsätzliche Tipps geben, denn leider gibt es kein Patentrezept zum Umgang mit süchtigen Personen. Es müssen für jeden Einzelfall passende Lösungen gefunden werden.

Vorab ist wichtig sich bewusst zu machen, dass niemand dazu gezwungen werden kann, Einsicht in ein problematisches Konsumverhalten zu zeigen. Jeder Mensch trägt selber die Verantwortung dafür, was sie oder er tut. Das bezieht sich auch auf eine Cannabissucht und die Bereitschaft, etwas zu verändern.

Die Einstellung und das Verhalten von Menschen im nahen Umfeld können jedoch einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass sich die abhängige Person ihrer Sucht bewusst wird und motiviert ist, etwas dagegen zu unternehmen. Daher wäre sicherlich gut, das Gespräch mit dem Cannabissüchtigen zu suchen, Ihre Sorgen ausdrücken und nachzufragen, ob und wie Sie ihn unterstützen können. Ein ruhiges Gespräch kann motivierend sein und zum Überdenken des Konsumverhaltens anregen. Würde beispielsweise ein (besorgter) Hinweis, dass Sie um seine Gesundheit fürchten, etwas bewirken? Wäre er froh, wenn er mit Ihnen über allfällige Probleme und Ängste reden kann?

Wenn Sie das Suchtthema ansprechen ist ganz wesentlich, dass Ihre Worte nicht als Vorwurf oder Wertung empfunden werden. Das gelingt am besten, wenn Sie mit sogenannten „Ich-Botschaften“ beschreiben, was Sie wahrnehmen und weshalb Sie sich Sorgen machen, beispielsweise „Ich mache mir Sorgen, weil…“, „Ich beobachte, dass…“, oder „Es macht mich traurig, dich so zu sehen, denn…“ etc.

Bitte achten Sie bei allem Engagement darauf, dass Sie nur das übernehmen, wozu Sie bereit sind. Grenzen Sie sich unbedingt ab, bevor die Unterstützung zur Belastung wird! Eventuell ist sinnvoll, dem Betreffenden die Adresse einer Beratungsstelle vor Ort https://www.safezone.ch/suchtindex.html zu geben oder ihn auf die Mailberatung von SafeZone https://beratung.safezone.ch/views/mailberatung/index.html aufmerksam zu machen.

Sollten Sie eine persönliche, besser auf die angetönte Situation eingehende Antwort wünschen empfehle ich, mit unserer Mailberatung Kontakt aufzunehmen und Ihr Anliegen etwas ausführlicher zu beschreiben.


Fragen von Angehörigen

Ich konsumiere seit 10 Jahren Amphetamin und mittlerweile ca. ein halbes Gramm pro Tag. Ich habe es satt und möchte ein Hallo erstmal. Ich beziehe mich auf das im Titel angegebene Thema und möchte mich bei euch bedanken für die Ratschläge vor einigen Jahren. Gleichzeitig mein aktuellen Stand berichten und vlt kann ich einigen da draussen weiterhelfen. Nun mittlerweile bin ich seit über 3 Jahren völlig clean vom Amphetamin. Ich habe im 2018 einen kalten Entzug gemacht zu Hause (war nicht gerade die beste Zeit meines Lebens) und dadurch leider den Job verloren. Nichts desto trotz habe ich weiterhin durchgehalten. Am Anfang hat sich die Sucht verlagert auf Alkohol bis es total ausser Kontrolle geriet (bis zu 2 liter Schnaps im Tag) und ich einen Alkoholentzug in der PSA Wattwil gemacht habe. Seither habe ich das Thema Alkohol im Griff, gelegentlich ein Bier und das wars, jedoch ging ich danach in die Tagesklinik in Uznach SG, was total befremdlich war und ganz ehrlich meine Psyche total entstabilisiert hat ohne das ich es mitbekommen habe. Für mich war die ganze Welt neu und ich kam mir vor wie auf Droge nach so vielen Jahren permanentem Konsum. Daher kann ich persönlich jedem empfehlen auf gewisse Institutionen zu verzichten und andere Lösungen zu finden ausnahme ist die PSA in Wattwil, das war eine der lehrreichsten Zeit meines Lebens und das Team ist erfahren wie auch wohlwollend. Was ich von der Klinik Süd nicht behaupten kann. Naja es war eine sehr schwere Zeit. In der Zwischenzeit wurde ein sehr ausgeprägtes ADHS bei mir diagnostiziert und es wurde mir diverse Metylphendidate wie Ritalin, concerta und Focalin gegeben. Natürlich erst das eine, ohne wirkung, das nächste usw.. Ich bin mittlerweile immer noch ohne Arbeit da ich mein Leben nicht mehr so im Griff habe wie mit den Amphetaminen. Naja, ich habe das eine Übel gegen ein anderes eingetauscht. Sobald ich in leicht stressige Situationen gerate kommt auch 3 Jahre später der Suchtdruck weiss nicht ob sich das jemals ändern wird oder ob man einfach lernen muss damit zu Leben. Aber manchmal muss man halt alles verlieren bevor gewisse Änderungen möglich sind. Dafür habe ich eine liebe Partnerin gefunden welche mir trotz meiner Geschichte beisteht und mich unterstützt. Nun mein Tipp an betroffene. Mich persönlich hat mein Hund gerettet. Jeden Tag mehrfach Gassi gehen und viel in der Natur sein zum Energie tanken (und nein ich bin nicht esoterisch veranlagt) Alte Kontakte überdenken und vlt die Frage stellen wer ist wirklich Freund und wer nicht, so hat sich mein ganzes Leben schritt für schritt verändert. Es ist ein langer und anstrenger Weg und vorallem an die welche beruflich erfolgreich sind mit täglichem Drogenkonsum, man sollte sich mal alles überdenken und sich selber Fragen ob es das Wert ist. Es wird nie mehr so sein wie vorher, bedeutet aber nicht das es schlechter ist,auf jeden Fall gesünder. Liebe Grüße und bleibt gesund White010

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