Ich habe einen Kollegen mit einem Alkoholproblem, um den ich mir Sorgen mache. Ich möchte mit ihm ein Gespräch führen. Wie soll ich dabei vorgehen?

SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:

Es kann gut sein, dass Sie mit einem solchen Gespräch bei Ihrem Kollegen viel erreichen. Insbesondere wenn er merkt, dass Sie es gut mit ihm meinen und sich Sorgen machen, kann dadurch ein Denkprozess ausgelöst werden.

Sicherlich ist es von Vorteil, das Gespräch gut vorzubereiten und sich zu überlegen, was genau Sie mitteilen wollen sowie einen günstigen Zeitpunkt auszuwählen. Es hat übrigens nur Sinn, ein solches Gespräch zu führen, wenn Ihr Kollege nüchtern ist. Achten Sie darauf, dass Sie ungestört sind und niemand zuhören kann. Vielleicht fällt es Ihnen beiden leichter, das Gespräch draussen bei einem Spaziergang zu führen.

Teilen Sie Ihre Gefühle, Beobachtungen und Sorgen mit und verzichten Sie auf Vorwürfe und Anschuldigungen. Fragen Sie stattdessen Ihren Kollegen, wie er selbst die Situation sieht und wie er seinen Konsum einschätzt. Vielleicht hat er ja schon von sich aus gedacht, dass es zu viel ist und er fühlt sich durch Sie bestätigt. Meistens entwickelt sich eine Alkoholabhängigkeit schleichend über die Jahre hinweg und viele Betroffene versuchen lange Zeit, die Problematik auch vor sich selbst zu verleugnen.

Je nach Situation kann es ausserdem hilfreich sein, auf professionelle Hilfsangebote wie die Suchtberatung https://www.safezone.ch/suchtindex.html#suchtindex oder die Hausärztin/ den Hausarzt aufmerksam zu machen.

Auch wenn Sie sich bemüht haben, nicht verletzend zu sein, kann es passieren, dass Ihr Kollege abwehrend reagiert. Bestehen Sie nicht darauf, das Thema weiter zu vertiefen. Sie haben es versucht, und das ist sehr anerkennenswert. Die Gedanken, die Sie mitgeteilt haben, wurden gehört und wirken vielleicht weiter. Möglicherweise bringt es Ihren Kollegen sogar dazu, seinen Konsum zu überdenken und er ist Ihnen später dankbar dafür, dass Sie den Mut gefunden haben, ehrlich zu ihm zu sein.


Fragen von Angehörigen

Hallo,ich kann nicht mehr mit meinem Alkohol und Kokainsüchtigen Partner umgehen.Er trinkt jeden Tag Whisky,mindestens eine halbe Flasche bis mehr als 1 Flasche.Er kokst täglich und kifft. Er ist überall beliebt und hat sein Leben,Job und Familie im Griff.Ich halte das aber nicht mehr aus.Trennung kommt nicht in Frage,da wir ein Kind haben und ich ihm niemals das Kind über längere Zeit überlassen könnte.Will mich nicht auf ei n Psychostreit ums Kind einlasse.Er würde durchdrehen.War schon oft der Fall als ich ihn verlassen wollte.Aber vor dem kesb gibt er den Vorzeigefamilienvater.Niemand glaubt mir wie er sein kann wenn er im Rausch wütet.Was soll ich machen????

Mein Partner kämpft gegen seine Kokainsucht. Er hat Angst, die Stelle zu verlieren wenn das bekannt wird. Ich unterstütze ihn, damit niemand etwas merkt und schaue auch, dass er vor der Arbeit nichts nimmt. Eine Freundin behauptet, das sei schon Co-Abhängigkeit. Hat sie Recht?

Mein Freund nimmt seit fünf Jahren keine Drogen mehr, hat aber immer noch Methadon. In letzter Zeit spricht er davon, das Methadon weglassen zu wollen. Er sei sicher, nie mehr in die Drogen zu geraten. Ich habe aber Angst, dass er rückfällig werden könnte. Mache ich mir zu viele Sorgen?

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